Business-Academy-Ruhr.de - Wir leben Social Media

Experten-Tipps für Ihren Online Shop #Interview

Was lässt sich wie am besten verkaufen? So lautet eine der wichtigsten Fragen im E-Commerce.  Zielgruppe, Customer Journey, Vertrieb, Logistik u.v.m. Zusammen bilden diese Aspekte die Grundlage für den eigenen Online Shop. Die Bedeutung des E-Commerce auch für lokale Händler bestreitet niemand mehr. Die Recherche im Netz vor einem Kauf  ist für Verbraucher selbstverständlich. Wer an diesem Punkt mit einem professionellen, bedienerfreundlichen Shop aufwarten kann, gewinnt am Ende neue Kunden. Unsere nächste Weiterbildung zum eCommerce Manager startet übrigens am 20. Juni 2016. Jetzt direkt hier anmelden!

Doch wie groß ist der Aufwand für einen Online Shop?  Welche Ressourcen sind notwendig? Welche Chancen und Risiken Christoph K. Weidner eCommerce Manager Online Shoperwarten potentielle Onlinehändler? Fragen, auf die Christoph K. Weidner, Head of Business Development & Consulting bei argutus gmbh, einer der führenden Agenturen für Onlinemarketing, Antworten hat.

Stellen Sie sich, Ihr Unternehmen
und Ihre Funktion kurz vor:

„Mein Name ist Christoph K. Weidner und ich verantworte den Bereich Business Development und Consulting der argutus Gmbh. Mit über 16 Jahren Erfahrung und über 1.500 Projekten ist die argutus GmbH eine der ältesten und erfahrensten eCommerce Dienstleister in Deutschland. Das Gros unserer Kunden ist das, was man den „klassischen deutschen Mittelständler“ nennt. Wir beraten unsere Kunden wie sie erfolgreich den digitalen Wandel bestreiten und rentabel im Netz werben.“

Welche Chancen bietet ein Online Shop?

Christoph K. Weidner: „Unternehmen haben online die Möglichkeit äußerst kosteneffizient für sich und Ihre Produkte / Dienstleistung zu werben. Allerdings ist es nicht damit getan „einfach nur online“ zu sein. Mit einer fundierten Planung, welche man sich als eine Art Standortanalyse vorstellen muss, bieten sich Unternehmen sehr gute Chancen mit Ihren Angeboten auch gegen große Player im Onlinemarkt zu bestehen.

Da im Netz alles messbar ist, haben Entscheider eine ideale Quelle zur Optimierung Ihres Abverkaufs. Leider wird dies noch viel zu selten genutzt. Dies ist meiner Meinung nach einer der Hauptgründe, weshalb mittelständische Unternehmen in Deutschland (aber auch Konzerne) im internationalen Vergleich noch viel nachzuholen haben.“

Welche Risiken?

Christoph K. Weidner: „Ohne klares Konzept, eine saubere betriebswirtschaftliche Analyse und eine konkretes Ziel wird eCommerce kaum erfolgreich sein. Leider haben viele Unternehmen keine klare Onlinestrategie. Wenn dann die Erfolge ausbleiben, ist die Stimmung bei Entscheidern gegenüber den Onlineaktivitäten oft gespalten.

Zwar ist fast allen Unternehmen bewusst, dass es da „dieses Internet gibt“ und man da „irgendwie dabei sein muss“, aber fehlt es intern an Know-How und oft auch am Willen den digitalen Weg konsequent und damit erfolgreich zu beschreiten. Hier leisten wir oft Aufklärungsarbeit gegenüber Inhabern und helfen Online Marketing Managern bei der internen Argumentation.“

Von der Idee bis zur Umsetzung: Wie viel Zeit muss man zugrunde legen?

Christoph K. Weidner: „Das ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Ein Webshop ist Grunde nie wirklich fertig. Unternehmen die Ihren Umsatz oder Neukunden aus dem Netz generieren wollen, dürfen nicht stillstehen. Das Netz entwickelt sich weiter und ebenso das Nutzerverhalten. Das heißt nicht, dass man jede „Mode“ mitmachen muss, aber man muss die Trends kennen um dann zu entscheiden ob diese Innovation das eigene Business weiterbringt oder nicht.

Ich denke, man sollte sich mind. 3-4 Wochen Zeit für die Planung eines Shops nehmen, Funktionen und Features auf Sinnhaftigkeit überprüfen, sich über seine Keywords und Inhalte klar sein und – ganz wichtig – die richten Produkte auswählen. Grundsätzlich gilt, je besser ich im Vorfeld plane, umso kosteneffizienter arbeitet man im Projektverlauf.“

Agenturlösung  vs. Self-made-Shop: Wann bietet sich welche Variante an?

Christoph K. Weidner: „Grundsätzlich rate ich immer dazu sich von einem Profi beraten zu lassen, auch wenn man viele Dinge inhouse abbilden kann oder möchte. Sie würden ja auch nicht Ihre Bremsen wechseln, nur weil Sie ein Youtube-Video darüber angesehen haben. Ähnlich verhält es sich im eCommerce und SEO-Bereich. Gute Agenturen arbeiten eng mit Ihren Kunden zusammen, denn nur durch den gegenseitigen Input von Unternehmer und Agentur entsteht eine wirklich gute Performance. Dabei berücksichtigt eine seriöse Agentur die Erfahrungen des Unternehmens und kombiniert diese mit den effektivsten Marketing-Maßnahmen.“

Online Shop: Ergänzung zur Website oder besser  eine Solo-Lösung?

Christoph K. Weidner: „Sich kennen sicher den Lieblingsspruch aller Werber „Content is King“. Nun, Google sieht das genauso. Wenn es also keine triftigen Gründe dagegensprechen, (z.B. weil man den stationären Handel nicht verprellen möchte) gibt es keinen Grund Shop und Website zu trennen. Denn diese fokussierten und konzentrierten Inhalte (Content) wirken sich, sofern richtig aufbereitet, positiv auf den Webauftritt im Ganzen aus.“

Eignen sich alle Produkte für einen Online Shop?

Christoph K. Weidner: „Hier kann man nur mit der klassischen Juristenantwort antworten: “Kommt darauf an“. Grundsätzlich kann man festhalten, dass hochpreisige Produkte i.d.R. online besser funktionieren. Zum einen, weil die Margen bzw. der Warenkorbwert höher sind, zum anderen, weil diese Produkte schwerer vergleichbar sind. Sollten Produkte oder Dienstleistungen also in einem Preiskampf stehen, empfehlen wir unseren Kunden diese z. B. durch Bundles (Bündelangebot oder Set – Anm. d. Red.) aus der Vergleichbarkeit zu nehmen.

Welche Bedeutung hat beim Onlinehandel das Mobil Marketing/App?

Christoph K. Weidner: „50% aller Suchanfragen bei Google kommen heute schon von Smartphones und Tablets. Damit ist im Grunde alles gesagt.  Natürlich shoppt der User noch nicht alle Produkte via mobilem Endgerät, informieren tut er sich darüber aber sehr wohl.

Daher wäre es aus Unternehmenssicht grob fahrlässig, heutzutage kein responsives Webangebot zu haben. Unternehmen die keine gute Nutzererfahrung im mobilen Bereich bereitstellen, werden vom User und von Google immer weniger berücksichtigt. Allerdings sollte man seine Hausaufgaben im Web erledigt haben, bevor man sich eine App leistet.“

Ihr 4 wichtigsten Punkte, die man bei der Erstellung eine Online Shops beachten sollte?

Christoph K. Weidner: 

  1. Keywords sollten auf Ihre Kosten / Nutzeneffizienz überprüft werden
  2. Rentable Produkte sollten in den Fokus gestellt werden
  3. Konzentrieren Sie sich auf 1-2 Fokusthemen und schaffen Sie Inhalte mit Mehrwert
  4. Sprechen Sie mit eCommerce/SEO-Experten bereits während der Planungsphase – dieses Investment zahlt sich immer aus.

Online Shop erstellen

Shoppen im Jahr 2020: Worauf muss man sich als Händler einstellen?

Christoph K. Weidner: „Darauf das offline und online nahezu komplett verschmolzen sind. Der Einzelhandel in der Fläche ist meiner Meinung nach nicht tot und hat auch weiterhin seine absolute Berechtigung. Der stationäre Händler muss sich allerdings den neuen Gegebenheiten anpassen. Große Onlinehändler haben das verstanden und gehen bereits seit einigen Jahren verstärkt in die Fläche.

Da ist die Frage berechtigt, warum geht der Einzelhandel nicht verstärkt online?  RoPos („Research online, Purchase offline“ – Menschen, die das Internet als Informationsquelle nutzen – Anm. d. Red.) und Smart Shopper werden mehr Macht bekommen, ebenso wird die Datendichte der Kunden größer. Unternehmen können und müssen sich stärker den individuellen Wünschen der Käufer anpassen und Ihre Produkte / Dienstleistungen mit smartem Content im Netz publik machen.“

Vielen Dank für das Gespräch!

Die Grafik wurde mit Canva.com erstellt.

Das könnte Sie auch interssieren:

 

Irene Mechsner ist Kommunikationswissenschaftlerin M.A. und Online Redakteurin und Social Media Managerin der Business-Academy-Ruhr GmbH. Neben der Content Produktion für den Unternehmensblog liegen ihre Schwerpunkte im Bereich der Suchmaschinenoptimierung.