Social Media Marketing für den Handel

Holger Rohde Aktuelles, Business Academy Ruhr, Weiterbildung

99% der Handelsunternehmen  in Deutschland nutzen mittlerweile Facebook als einen Social Media Kanal. Doch Social Media Marketing ist viel mehr als Facebook. Kundenbindung, Akquise, Vertrieb, Reklamationen: Alles findet heute online statt. Die IHK Mittleres Ruhrgebiet möchte insbesondere kleineren und mittleren Unternehmen darin unterstützen, Social Media erfolgreich einzusetzen. 

„Schritt für Schritt“ – Gezielt präsent im Internet“  heißt eine aktuelle Veranstaltungsreihe der IHK Mittleres Ruhrgebiet. Dieses Mal stand mein Vortrag unter dem Motto: „Social Media für den Handel“. Die anwesenden Teilnehmer waren neugierig. Warum soll mein Unternehmen auf Social Media Marketing setzen? Welche Erfolge bringt das?

Bei Facebook und Co. sind die Kunden

„Wo sind Ihre Kunden?“-  „Immer mehr im Netz unterwegs!“, so meine Antwort. Bevor ein Produkt gekauft wird, recherchiert heutzutage fast jeder online. Das ist Fakt. Mund-zu-Mund-Propaganda oder Empfehlungsmarketing findet heute bei Facebook statt – auf der Facebook-Seite und in speziellen Facebook-Gruppen. „Du bist Dortmunder (Stadt XY), wenn du …“ – ist ein Gruppen-Format, bei dem Menschen zeigen: Mit dieser Stadt bin ich verbunden. Eine Empfehlung eines Gruppenmitglieds hat in diesem Umfeld oft die gleiche Wirkung wie die persönliche Empfehlung von Nachbar zu Nachbar. Unter dem Strich zahlen sich Aktivitäten im Social Web auch für den Handel aus. Beispiel: Weinblatt aus Dortmund

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Meine speziellen 8 Tipps für den Einzelhandel

1. Schnüren Sie ein Social-Media-Paket aus Website, Blog, Facebook-Seite, Twitter und Xing. Wenn Sie Lust auf Videos haben, ergänzen Sie YouTube. Um auch das Mobile Marketing abzudecken, empfiehlt sich eine eigene App oder die Kundenbindung über WhatsApp (z.B. mit Angeboten, Aktionen, Gewinnspielen, die direkt auf das Handy des Kunden gesendet werden).

2. Überlegen Sie sich dabei genau, wie viel Budget bzw. personelle Ressourcen Sie zur Verfügung haben. Erarbeiten Sie sich eine Social Media Strategie. Sie brauchen dabei Hilfe? Fragen Sie uns einfach oder entwickeln Sie eigene Strategien im Rahmen einer unserer IHK-Weiterbildungen

3. Yelp ist eines der größten Empfehlungsportale. Positive Bewertungen von zufriedenen Kunden locken neue Kunden an. Eine weitere Möglichkeit Bewertungen zu bekommen ist bei Google+ möglich. Schauen Sie online: Google hat für die meisten Unternehmen ein Profil bereits angelegt. Auch wenn Sie dieses Profil nicht pflegen, eine Bewertung von 0 bis 5 Sternen kann jeder einstellen.Social MEdia Marketing für den lokalen Einzelhandel_2

4. Location based Services, die per GPS das Smartphone orten, sind in den USA bereits ein Hit. Am bekanntesten ist hierzulande Swarm, die App für „Checkins”. Handy-Nutzer checken sich an dem Ort ein, an dem sie gerade sind, und die Freunde sehen das automatisch. 2009 gegründet hat es heute 20 Millionen Nutzer. Ein anderes Prinzip die iBeacon -Technologie. Sie basiert auf einem Sender-Empfänger-Prinzip. Sender (Beacons) werden in einem Raum angebracht und senden Signale.

Empfänger der Signale sind die Smartphone-Besitzer, die die spezielle App besitzen. Der Einsatz kann für den Handel vielfältig sein. Beispiel: In einem Geschäft sendet ein Schuh ein Signal aus. Ich bekomme diesen Schuh auf meinem Handy angezeigt, mit Produktinformationen oder Rabattaktionen. Durch diese Technik können  Besucherwege beim Betreten eines Geschäftes gelenkt werden oder die Kunden zum mobilen Einkauf im lokalen Einzelhandel animiert werden.

5. Alternativ können Sie auch Teil der App Shopkick Community werden. Die Shopkick App belohnt beispielweise schon den Besuch des Geschäfts.  Bonuspunkte, sogenannte Kicks, sammeln die Besucher, wenn sie die App auf ihrem Smartphone haben, automatisch beim Betreten des Ladens.

6. Bieten Sie einfach einen kostenlosen lokalen Wlan-Zugang (Hot-Spot) in ihrem Geschäft an. Ein Service, der beim Kunden gut ankommt.

7. Print trifft Social Media: Werben Sie auf Ihren Printmedien wie Plakaten, Flyern und Werbereitern mit ihren Social Media Aktivitäten. Machen Sie dabei den Kunden deutlich, welchen Nutzen sie haben, wenn sie ihrem Unternehmen folgen oder Fan werden.

8. Ein Online Shop ist für Sie eine weitere Chance, Umsätze zu generieren, auch über die Grenze ihrer lokalen Umgebung hinaus. Mittlerweile gibt es gute Shopsysteme, die auch mit wenig Aufwand gute Ergebnisse erzielen. ECommerce heißt das Zauberwort.

9. Beim Affiliate Marketing gibt es zwei Akteure: Einen, der Produkte über seinen Blog empfiehlt und einen Händler, der seine Produkte verkaufen möchte. Wer sich für dieses Thema interessiert: Auf einer unser BARsession, der Social Media Konferenz, die alle zwei Monate in Dortmund stattfindet,  war „Affiliate Marketing und Social Media“ das Top-Thema.

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FAZIT

An Social Media Marketing kommen Sie auch als kleines und mittleres Unternehmen nicht drumherum. Wählen Sie aber aus den zahlreichen Angeboten jene aus, die für Sie relevant sind und dann starten Sie durch. Aber Achtung: Verzetteln Sie sich nicht. Überlegen Sie sich genau, wie sie Ihre personellen und finanziellen Ressourcen einsetzen. Die Beratungsgesellschaft PWC hat einen Flyer herausgebracht, der erste Ansatzpunkte für den Bereich Kundenbindung sehr gut  zusammenfasst.

Download: Chatten, Posten, Twittern: Kundenbindung im Zeitalter von Social Media.

 

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Holger Rohde als Geschäftsführer der Business Academy Ruhr verantwortlich für die betriebswirtschaftliche Abwicklung und leitet die Agentur. Als Social Media Experte gibt er sein Wissen häufig in In-House-Schulungen und als Speaker weiter.