„Reden Sie mit!“ – Recruiting im Social Web

Holger Rohde Aktuelles, Business Academy Ruhr, Weiterbildung

Wie finden Unternehmen in Zeiten von Facebook und Co. Mitarbeiter? Welche Bedeutung kommt den sozialen Netzwerken im Recruiting zu? Wie kann Social Media Marketing gewinnbringend eingesetzt werden? Was müssen Unternehmen beachten?

Das Interesse der Unternehmen mehr über das Social Media Recruiting beziehungsweise das Social Employer Branding zu erfahren ist groß. Besonders kleine und mittlere Unternehmen schöpfen hier die Möglichkeiten nicht aus. Im Rahmen der IHK-Themenreihe „Schritt für Schritt“ – Gezielt präsent im Internet“ lud die IHK Mittleres Ruhrgebiet ein. Schwerpunkt meines Vortrags:  Ein Überblick über den aktuellen Stand. Die anschließende Diskussion mit den Teilnehmern zeigte mir:  Es regt sich etwas in den Köpfen. Ganz klar, auch im Personalwesen erkennt man, dass die Wege, neue Mitarbeiter zu finden, sich im digitalen Zeitalter verändern.

Recruiting im Web

Recruiting geschieht zunehmend online: Auf der eigenen Webseite und in den sozialen Medien

8 Tipps zum Social Media Recruiting

Die einseitige Kommunikation der Unternehmen in Form von Pressemitteilungen, Verlautbarungen und PR war gestern. Gleiches gilt für das Bewerbungsverfahren. Einfach eine Stelle ausschreiben und auf Bewerbungen warten? Das führt heutzutage nicht immer zum Erfolg. Um Menschen zu erreichen, braucht es andere Wege. Der Dialog mit den Menschen steht dabei im Mittelpunkt.

In den sozialen Netzwerken werden über Unternehmen geredet. Es werden Bewertungen und Kommentare abgegeben, unabhängig davon, ob das betroffene Unternehmen im Netz aktiv ist oder nicht. Denn: 2/3 aller Internetnutzer sind in sozialen Netzwerken unterwegs. Deshalb mein Tipp: „Besser ist es, Sie reden mit.“  Wie soll das gehen?

1. Aktuelle Website

Wer als Unternehmen im Netz nicht zu finden ist, den gibt es nicht, behaupten bösen Zungen. Für viele Menschen, besonders Jüngere ist aber genau das der Fall. Deshalb sollte die eigene Website aktuell, modern und ansprechend sein. Der Menü-Punkt „Jobs“ sollte gut platziert in der Seite integriert sein. In jeder Online-Stellenausschreibung findet sich ein Link auf die Homepage. Das ist das erste, was potenzielle Bewerber vom Unternehmen wahrnehmen. Seien Sie sich dessen bewusst!  Beispiel: Die Drogeriekette DM hat unter dem Menüpunkt „Arbeiten und Lernen“ alles zusammengefasst. Per Video erfahren Menschen von den DM-Mitarbeitern, wie ihre Arbeit aussieht. Sehr authentisch, emotional und wegweisend für ein erfolgreiches Recruiting. Darüber hinaus werden offene Stellen präsentiert und Ausbildungen vorgestellt.

2. Lebendiger Blog

Um Ihr Unternehmen zu präsentieren eignet sich insbesondere ein Blog, sei es in der Website integriert oder extern. Der wirkt sich nicht nur positiv auf das Ranking bei der Suchmaschine Google aus, sondern Sie können ganz gezielt Ihr Unternehmen so darstellen, wie Sie es für sich wünschen. Dabei brauchen Sie nicht jeden Tag etwas zu veröffentlichen, aber zwei bis viermal im Monat wäre sinnvoll.  Berichten Sie von Veranstaltungen und Messen oder stellen Sie ihre Mitarbeiter vor. Bilder und Videos runden den Blog ab. Beispiel: Werfen Sie einen Blick auf den GLS Bank-Blog. Es ist ein sehr gutes Beispiel und gibt viel Inspiration für eigene Blog-Inhalte.

3. Foren

Sie wollen wissen, wie zukünftige Berufseinsteiger ticken? Schauen Sie beispielsweise ins Studis-Online-Forum oder im Bewerbungsforum. Dort geben Bewerber Tipps aus eigener Erfahrung zum Bewerbungsverfahren oder diskutieren Gehaltsvorstellungen und bennen und bewerten Unternehmen.

4. Facebook-Seite

Eine aktive und lebendige Facebook-Seite ist heutzutage nicht nur für die Akquise neuer Kunden und die Kundenbindung wichtig, sondern steigert auch Ihre Attraktivität bei potenziellen Bewerbern. Neben der Website ist die Facebook-Seite die zweite, je nach Nutzer, sogar die erste Anlaufstelle. Stellenausschreibungen auf Facebook können sich weit verbreiten, besonders, wenn Sie Ihre Mitarbeiter mit ins Boot holen. Das Prinzip, neue Mitarbeiter aus dem Umfeld der eigenen Angestellten zu rekrutieren, ist nicht neu, erhält aber über Facebook ein anderes Gesicht.

5. Twitter

Während die Bedeutung von Facebook mitteweile bei Unternehmen angekommen ist, fristet Twitter noch ein Schattendasein. Dabei kann man sich hier nicht nur über den Stellenmarkt informieren (Beispiel: de) sondern selbst Mitarbeiter suchen. Hashtags, also Schlagworte, wie #Jobs #Ausbildung usw. helfen dabei.

6. XING – Business Netzwerk

Diese Business Plattform XING hat derzeit 8 Millionen Nutzer in Deutschland, Schweiz und Österreich. Es gilt als das führende Business Netzwerk in Deutschland. Deshalb sollte sich jedes Unternehmen, egal wie groß, mit diesem Netzwerk beschäftigen. Was bietet XING? Jeder kann sich ein persönliches und sehr aussagekräftiges Profil erstellen. Unternehmen haben die Möglichkeit sich ein Unternehmens-Profil zu erstellen. In beiden Fällen gibt es kostenfreie und kostenpflichtige Varianten. Es gibt das Job-Portal, Gruppe nach Themen und Regionen. Ein tieferer Blick in das Netzwerk verspricht Erfolg bei der Mitarbeitersuche!

7. LinkedIn

Weltweit ist LinkedIn mit 377 Millionen Nutzern in 200 Ländern das größte Business Netzwerk. In Deutschland sind 6 Millionen dort angemeldet. Interessant ist diese Plattform besonders für Firmen, die im internationalen Business ihren Schwerpunkt haben.

8. YouTube

Bewegte Bilder sind beliebt. Deshalb eignet sich ein eigener YouTube-Kanal ebenfalls für das Recruiting. Beispiel: Unter dem Motto „Back dir deine Zukunft“ wirbt das Bäckerhandwerk sehr professionell für Nachwuchs.

 

Empfehlungen und Bewertungen

Ihre Kunden kommen über persönliche Empfehlungen? Das findet auch im Social Web statt. Bewertungen von Kunden oder Mitarbeitern werden über verschiedene Portale verbreitet. Bei Jobvoting finden sich Bewertungen von über 100.000 Unternehmen. Kununu.de wirbt mit Insider Informationen über 205.00 Arbeitgebern. Bei Top Arbeitgeber stellen sich Arbeitgeber vor und beim Bewertungsportal Yelp vergeben Kunden Sternchen.

Webportale und Apps

Die klassische Zeitungsstellenausschreibung schwindet. Eine Fülle von Webportalen und Apps helfen jetzt den Bewerbern bei der Jobsuche. Beispiele: Stepstone.dekarriere.at, monster.de oder Jobnavigator.de.

FAZIT: Recruiting findet auf digitalem Wege statt

Mein Rat besonders an kleine und mittlere Unternehmen: Nutzen Sie auch einige der vorgestellten neuen Kommunikationswege. Das erleichtert die Suche nach qualifizierten und motivierten Mitarbeitern, die auch langfristig dem Unternehmen erhalten bleiben. Ihre Strategien für Ihr individuelles Social Marketing Recruiting erarbeiten Sie am besten mit uns gemeinsam  in unseren IHK-Zertifizierungslehrgängen.

 

Holger Rohde als Geschäftsführer der Business Academy Ruhr verantwortlich für die betriebswirtschaftliche Abwicklung und leitet die Agentur. Als Social Media Experte gibt er sein Wissen häufig in In-House-Schulungen und als Speaker weiter.