Checkliste: Social Media Marketing für Start-ups

Holger Rohde Marketing und Public Relations (PR), Social Media Marketing

Sich einen Namen machen, ein Netzwerk und einen guten Ruf aufbauen, darüber hinaus neue Kunden akquirieren und alles ohne großes Budget: Diesen Herausforderungen muss man sich online und offline im Social Media Marketing für Start-ups stellen. Neben klassischen Marketing-Instrumenten wie Flyerverteilungen, Mailings, Messen empfehle ich gerne Social Media Marketing Maßnahmen. Warum? Das Budget ist überschaubar und die Reichweite kann grenzenlos sein.

Offen sein für Neues und seine Chancen nutzen

Wenn ich mit Gründern spreche oder bei Vorträgen für Start-ups gefragt werde, bin ich oftmals überrascht: Die großen Social Media Netzwerke wie Facebook sind vom Namen her zwar bekannt, aber wie man Social Media für sein Unternehmen erfolgreich nutzen kann, das ist vielen Start-ups nicht bewusst. Des Weiteren unterschätzen sie die Bedeutung der neuen Medien für das Marketing. Doch die Zahlen sprechen für sich. Studien belegen, dass 84% der Menschen in Deutschland online sind, dabei steigt die Beliebtheit des Smartphones beim Surfen laut ARD/ZDF-Online Studie 2016 rasant.

Diese 3 Vorteile hat das Social Media Marketing für Start-ups:

Menschen suchen keine Produkte oder Dienstleistungen im Netz, Menschen suchen Antworten auf ihre Probleme. Wer im Netz – egal auf welchem Kanal – Lösungen bietet, der wird wahrgenommen und gewinnt im besten Fall online im ersten Schritt neue Fans und im zweiten Schritt neue Kunden.

  1. Direkter können potenzielle Kunden nicht angesprochen werden. Im Netz erreichen Sie nicht nur B2B-Kunden sondern auch den Endverbraucher 1:1. Sie haben somit die Chance, in Foren, Chats und sozialen Netzwerken nicht nur die Bedürfnisse Ihrer potenziellen Kunden aus erster Hand kennen zulernen (durch „zuhören“), sondern Sie können auch bei Problemen mit kostenlosem Rat zur Seite stehen. Werden Sie nach einiger Zeit als Experte wahrgenommen, ist das eine Empfehlung für den nächsten Kauf.
  2. Social Media erleichtert das Empfehlungsmarketing: Bewertungen zufriedener Kunden bei Google und Co. oder über Facebook-Gruppen wiegen bei einer Kaufentscheidung heutzutage mehr als Werbung.
  3. Die Kosten sind überschaubar. Die Anmeldung auf den verschiedenen Netzwerken ist zumeist kostenfrei. Somit bleibt der Zeitfaktor, die personelle Ressource des Start-ups. Doch engagierte Start-ups müssen aus meiner Sicht gerade anfangs viel Zeit und noch mehr Engagement für Ihre Unternehmen investieren, um erfolgreich zu sein.

Doch wie gehen Sie am besten vor?

  • Beginnen Sie mit einer grundsätzliche Reflektion

    Wie passt Social Media zu mir/meinem Unternehmen/Produkt/meiner Philosophie? Mein Tipp: Selbst, wenn Sie eher negativ den sozialen Netzwerken eingestellt sind, lösen Sie sich von Ihrer persönlichen Einstellung und öffnen Sie dadurch die Türen für eine professionelle, geschäftsfördernde Einschätzung der Chancen und Risiken.

  • Benennen Sie konkrete Ziele

    Mein Tipp: Sagen Sie nicht einfach „Ich will Geld verdienen“ sondern werden Sie konkret, z. B.: bis Ende des Jahres (XX) neue Fans auf Facebook, (Anzahl) neue Kunden über Social Media, (Anzahl) Kontakte zu Influencern/anderen Experten usw.

  • Definieren Sie passgenaue Zielgruppe

    Mein Tipp: In unseren IHK-Kursen im Bereich Digital Business wollen die Teilnehmer bei der Entwicklung Ihrer Strategie immer „alle“ erreichen. Solch ein Ziel zu erreichen ist viel schwieriger als genau die potenziellen Kunden, die sich für genau für mein Produkt, meine Dienstleistung interessieren oder davon profitieren. Deshalb stellt für mich die Zielgruppendefinition auch das Herzstück einer erfolgreichen Strategie dar.

  • Social Media Plattformen kennen lernen und die Passende(n) auswählen

    Mein Tipp: Ein Unternehmens-Blog, der Themen der Zielgruppe anspricht, diskutiert und Lösungen anbietet, bildet eine gute Basis für die Social Media Kommunikation.

  • Chancen und Risiken abwägen

    Mein Tipp: Seien Sie auf neuen Plattformen erst ein stiller Beobachter. Jedes Netzwerk hat seine eigenen Regeln, die man beachten und bei aktiver Nutzung für sich gezielt einsetzen sollte.

  • Stichwort: Shitstorm

    Ob großes Unternehmen mit einer eigenen Online- und Social Media Marketing Abteilung oder Privatpersonen: Es kann jeden treffen. Mein Tipp: Bereiten Sie sich vor, meine Tipps habe ich in diesem Blogbeitrag verarbeitet: Shitstorm im Social Media.

  • Personelle Ressourcen für Social Media festlegen

    Kennen Sie das? Kaum das Smartphone in der Hand und schon hat man sich „verdaddelt“. Mein Tipp: Überlegen Sie sich, wie viel Zeit Sie täglich/wöchentlich/monatlich für das Social Media Marketing verwenden möchten. Berücksichtigen Sie dabei, dass am Anfang mehr Zeit benötigt wird, um sich mit den Tools vertraut zu machen. Ist das Limit gesetzt, heißt es: Halten Sie sich dran und nehmen Sie als Unterstützung einen Zeitmesser zu Hand.

  • Social Media = Kommunikation

    Planen Sie Ihr Content Marketing strategisch. Mein Tipp: Erstellen Sie einen Redaktionsplan (eine Excel-Liste reicht – wer es üppiger möchte nimmt ein Tool wie beispielsweise Scompler, damit lässt sich auch die Verbreitung der Beiträge auf den diversen Social Media Plattformen im Vorfeld planen und organisieren).

  • „Was sollen wir denn posten?“

    Diese Reaktion kommt oft, wenn um die Frage geht: Social Media, ja oder nein? Dabei passiert in jedem Unternehmen eigentlich fast jeden Tag etwas. Mein Tipp: Seien Sie kreativ oder lassen Sie sich einfach einmal von erfolgreichen Unternehmen inspirieren und/oder gehen Sie neue Wege: Stichwort „Guerilla Marketing“. Ein Flashmob, eine Chartiy-Veranstaltung, ein Tag der offenen Tür, ein Autorgramm-Stunde usw. Weitere Tipps: 19 Tipps zum kreativen Bloggen.

  • Jetzt aktiv werden

    Mein Tipp: Der organische Aufbau einer Community und eines Netzwerks ist zwar aufwändiger, aber erfolgsversprechender, denn die Interaktion mit seinen Fans gewinnt mehr und mehr an Bedeutung.

  • Seien Sie immer authentisch und persönlich

    Wer sich beim Social Media Marketing verstellt, erreicht keine Massen. Die erfolgreichsten Influencer sind jene, die sich von morgens bis abends auf den Teller schauen lassen. Aber keine Sorgen, so extrem muss Ihr Social Media Engagement nicht sein. Denn ich weiß, dass liegt nicht jedem. Mein Tipp: Erzählen Sie echte Geschichten von Ihrem Start-up, keine Werbegeschichten und beachten Sie die 80/20 Regel, also höchstens 20% Werbung, sonst wandern Fans schnell ab.

  • Identifizieren Sie für Ihre Nische die Influencer

    Eine ehemalige Teilnehmerin beispielsweise nutzt den Kontakt zu Ihrer Influencerin immer dann, wenn sie gerade wenige Aufträge hat. Kaum zu glauben, aber eine Erwähnung auf der Seite der Influencerin hat direkten Einfluss auf Ihre Auftragslage: Interview: Erfolgreich mit Social Media Marketing.

  • Erfolgsmessung, ROI, Monitoring

    Auch Social Media Marketing lässt sich messen. Das eröffnet einem die Möglichkeit, erfolgreiche Maßnahmen auszubauen und andere neu überdenken. Mein Tipp: Zählen Sie neben Likes und Fans auch die Interaktionen. Mittlerweile gibt es dafür viele Tools, zum Beispiel Hootsuite.

Checkliste: Social Media Marketing für Start-ups

Wer gerade mit seinem Unternehmen gestartet ist, dem fällt es mitunter schwer den Überblick zu behalten. Aus diesem Grund habe ich eine Checkliste zusammengestellt, die die ersten Schritte für ein erfolgreiches Social Media Marketing beinhaltet:

Infografik zu Social Media Marketing für Start-ups

Social Media Marketing für Start-ups: Schritt für Schritt erklärt

FAZIT

Meiner Ansicht nach ist Social Media Marketing für Start-ups heutzutage ein Muss. Das heißt nicht, dass ein Gründer alle Kanäle sofort professionell bespielen oder alle Trends direkt mitmachen muss. Aber wissen, welche sozialen Netzwerke bei welchen Zielgruppen relevant sind und dieses Wissen dann professionell für seine Zwecke einsetzen: Das kann der entscheidende Pluspunkt gegenüber der Konkurrenz sein. Diese Erfahrung habe ich nicht live nur bei unseren Social-Media-Agentur-Kunden gemacht. Regelmäßig berichten mir ehemalige Teilnehmer der Social Media Manager (IHK) Weiterbildung von ihren positiven Erfahrung, wenn sie mit einer gezielten Strategie mit Social Media Marketing starten.

Die Infografik wurde mit Piktochart erstellt.

 

Holger Rohde ist als Geschäftsführer der Business Academy Ruhr verantwortlich für die betriebswirtschaftliche Abwicklung und leitet die Agentur. Als Social Media Experte gibt er sein Wissen häufig in In-House-Schulungen und als Speaker weiter.