Der Online Marketing Manager Werkzeugkoffer: Backlinks

Heike Zöller Online Marketing, Online Redaktion

Online Marketing Manager schleppen besonders im Bereich SEO (Suchmaschinenoptimierung) einen großen Koffer an Werkzeugen mit sich herum. Schließlich müssen sie an den unterschiedlichsten Schrauben drehen, damit Webseiten gute organische Reichweiten erzielen und von vielen potentiellen Kunden gefunden werden. Wie Zahnräder greifen Keywords, Programmierfunktionen, Server sowie eine ganze Reihe kreativer Elemente ineinander und bilden so den Motor einer gut rankenden Seite. Ein besonders großes Zahnrad sind hierbei die Backlinks.

Backlinks sind Links, die von einer externen Domain zur eigenen Website führen. Wird dieser Artikel hier beispielsweise von einem anderem Blog verlinkt, handelt es sich hierbei um einen Backlink. In der SEO spielen Backlinks eine große Rolle. Warum? Weil sie ein wichtiges Mittel sind, um den Nutzer auf seiner Surfreise durch das Internet zu leiten. In Googles Idealvorstellung wird der Nutzer so durch ein Netz relevanter Websites geführt und erhält interessante Informationen, ohne aktiv nach ihnen suchen zu müssen. Backlinks sind somit ein wichtiger Aspekt im Suchmaschinen-Algorithmus. Wer von vielen relevanten Seiten auf die richtige Art und Weise verlinkt wird, wird mit einem besseren Ranking belohnt. Doch eine gute Backlink-Strategie ist heutzutage gar nicht mehr so schnell und einfach umzusetzen. Das sah vor einigen Jahren noch ganz anders aus.

Wer viele Backlinks hat, wirkt für Google relevanter

Backlinks von externen Domains können die Relevanz der eigenen Website erhöhen

Backlink-Handel

Zuerst ging es relativ schnell und einfach, über Backlinks im Ranking zu punkten. Es war egal, woher und von wem die Backlinks stammten. Hauptsache, man wies eine große Menge davon in seinem Portfolio aus. Ein florierender Handel an Backlinks entstand: Websites tauschten wild ihre Links herum, verteilten sie untereinander wie Sammelkarten ohne auf thematische Bezüge zu achten. Andere gingen so weit und betrieben mehrere Blogs und Websites, die sie frei untereinander verlinken konnten. Dadurch erstellten sie sich kurzerhand ein eigenes Backlink-Imperium. Verlinken allein des Verlinkens wegen: Ein schlechtes Zeichen für die User Experience, weshalb Google hier mit dem Penguin Update ein Zeichen gegen diese Entwicklung setzte. Der neue Algorithmus brachte etwas mehr Ordnung ins Backlink-Chaos. Wie das? Mit einem ganz einfachen Grundsatz:

Content is King

Googles neuer Algorithmus strafte alle Webseiten hart ab, die entweder mit Backlinks um sich warfen oder von solchen Strategien profitiert hatten. Im Gegenzug belohnte das Unternehmen Websites, auf die verlinkt wurde, weil sie relevant waren. Es belohnte Websites, die verlinkten, weil sie einfach nur auf relevante Informationen verweisen wollten. Bis heute regiert ein solcher Algorithmus Google Suchmaschinen-Ranking und sein Einfluss wird größer. Googles einschlägiger Rat an jeden Website-Betreiber wäre in diesem Sinne: Backlink-Strategien sind völlig unnötig. Versuchen Sie einfach nur, guten und relevanten Content zu kreieren. Versuchen Sie, dem Nutzer zu gefallen! Dann kommt das gute Ranking fast schon von alleine. Nun, was wären SEO-Manager, wenn sie diesen Rat nicht nutzen würden, um daraus eine einschlägige Strategie zu basteln?

Best Practice: Backlinks verdienen

Backlinks durch eine langfristige und nachhaltige Strategie zu generieren, erfordert viel Aufwand und vor allen Dingen guten Content. Bevor Sie Backlinks generieren, schauen Sie sich deshalb den Content, den Sie auf die Reise schicken, einmal ganz genau an. Ist er die Mühe wirklich wert? Kann er mit Relevanz punkten und ist mindestens 300 Wörter lang? Ist er gut recherchiert, aktuell, witzig, und/oder ansprechend gestaltet? Bringt er dem Nutzer irgendeinen Mehrwert? Sollte das nicht der Fall sein, arbeiten Sie Ihre Seite zuallererst inhaltlich auf, bevor Sie überhaupt an eine Backlink-Strategie denken.

Relevanz

Backlinks müssen relevant sein. Das klingt banal, beinhaltet jedoch ein hochkomplexes Geflecht aus Vernetzungen zwischen verschiedenen Seiten, über die sogenannter Link Juice ausgetauscht wird. Stellen Sie sich diesen Link Juice ruhig einmal wie einen Fruchtsaft vor, den Sie kontinuierlich von anderen Websites erhalten, sobald sie auf Ihre Webseite verlinken. Sie brauchen den guten, hochwertigen Link Juice mit 100-prozentigem FruchtRelevanz-Gehalt, damit Backlinks Ihnen zu einem guten Ranking verhelfen. Diesen Juice erhalten Sie von thematisch passenden Seiten. Wenn beispielsweise die Website eines Autoverkäufers zum Thema Winterreifen zu diesem Blogbeitrag verlinkt, bringt mir das schlechten Link Juice mit vielen unnötigen Zusätzen. Wenn allerdings ein Blog zum Thema Online Marketing auf diesen Blogbeitrag verlinkt: Astreiner Link Juice! Relevant ist auch, ob die verlinkende Seite selbst ein sauberes Link-Building betreibt und ein gutes Ranking hat.

Anker-Text

Ein nicht zu unterschätzendes Kriterium ist auch der Anker-Text eines Backlinks. Der Anker-Text ist im wahrsten Sinne des Wortes der Teil eines Textes oder eines Wortes, an dem sich der Link verankert. Auf den meisten Websites wird dieser Text dann blau und unterstrichen angezeigt. Google wertet Ankertexte gerne aus, um die Qualität der Backlinks zu untersuchen und ihren Missbrauch zu enttarnen.

Die für das Ranking wertvollsten und gleichzeitig schädlichsten Ankertexte sind jene, die dem Fokus-Keyword der zu verlinkenden Seite entsprechen. Das ist beispielsweise der Fall, wenn eine Seite mit dem Fokus-Keyword „leckere Eiscreme“ mit genau demselben Wort als Ankertext auf einer anderen Webseite verlinkt wird. Sie sorgen für ein gutes Ranking wegen der hohen thematischen Übereinstimmung. Sie sorgen allerdings für ein schlechtes Ranking, wenn sie in Massen verwendet werden (Stichwort: Spamverdacht!). Achten Sie deshalb auf variierende Ankertexte. Verlinken Sie gute Webseiten doch auch einfach mal mit einem hier oder nennen Sie die leckere Eiscreme in Ihrer Verlinkung süße Verführung. Nutzen Sie unter Umständen auch einfach mal gar keinen Ankertext und verlinken Sie über ein Bild ohne jeglichen Alt-Tag.

Grafik: Anker-texte für die Backlinks sollten sich unterscheiden

Bringen Sie Variation in Ihre Anker-Texte!

Austausch

Last but not least: Mischen Sie sich unter’s Volk! Zeigen Sie, was Sie haben und zeigen Sie es der richtigen Zielgruppe! Wenn die richtigen Personen Ihre Webseiten finden, erhöhen Sie damit auch die Chance auf Backlinks – und das auf ganz natürliche Art und Weise. Für ehrliche und authentische Backlinks sind Social Media und der Unternehmensblog ein echtes Dreamteam: Schreiben Sie regelmäßig zu aktuellen und relevanten Themen in Ihrem Blog und posten Sie die Beiträge auf den entsprechenden Kanälen. Voilà! Schon haben Sie die perfekte Grundlage für eine organische Verbreitung geschaffen. Netzwerken Sie zusätzlich mit Bloggern und anderen Unternehmen, machen Sie sich für andere Instanzen interessant und sichern Sie sich so entsprechende Erwähnungen und Verlinkungen von relevanten externen Domänen. Verschaffen Sie sich Gastbeiträge in anderen Blogs – so können Sie Links zu Ihren Webseiten strategisch positionieren.

Worst Practice: Backlinks erschleichen

Was vor einigen Jahren noch als Best Practice galt, ist heute passé: Das Erstellen und Verwalten diverser Domains, nur um sie untereinander verlinken zu können ist viel zu teuer und aufwendig im Vergleich zu den Risiken und Sanktionen, die bis zur De-Indexierung führen können. Auch das wilde Tauschen von Links oder das Platzieren der eigenen Links bei entsprechenden Domain-Betreibern gegen Geld ergibt heutzutage einfach keinen Sinn mehr. Zum einen erkennt Googles Algorithmus diese Link-Sammelsurien mittlerweile problemlos und innerhalb relativ kurzer Zeit. Zum anderen können Ihre Links auf diesen Websites in einer ziemlich dubiosen Nachbarschaft landen. Schließlich achtet Google auch darauf, in welcher Gesellschaft sich Backlinks, die zu unserer Website verweisen, befinden – unser Blog-Beitrag zu einem Thema aus dem Bereich Online Marketing würde neben einem Link zum Thema Super-Food einfach nicht passen. Das gäbe Abstriche in der Relevanz-Kategorie und und im schlimmsten Fall auch im Ranking.

Natürlich können diese Worst Practice-Methoden auch heutzutage noch zu einem deutlich schnelleren Erfolg führen als die saubere Strategie. Sie sind das Risiko aber einfach nicht wert.

Fazit

Hochwertige Backlinks aufzubauen, ist ein langwieriger Prozess, denn entsprechende Netzwerke entstehen nicht von heute auf morgen. Sie lohnen sich aber für eine langfristige organische Reichweite. Für aktuelle Insights und Strategien zum Thema kann ich Ihnen übrigens die Artikel von Gotch SEO wärmstens ans Herz legen.

Weitere Informationen zu Backlinks und anderen Tools im Online Marketing Werkzeugkoffer gibt es natürlich auch in unserer Weiterbildung zum Online Marketing Manager (IHK).

 

Heike Zöller

Heike Zöller ist Sozial- und Kulturpsychologin B.A. und Online Marketing Managerin (IHK). Für die Business Academy Ruhr war sie im Bereich Online Marketing / Social Media tätig: Sie optimierte die Website und wirkte an der Redaktion des Blogs und unserer Social Media Kanäle mit. Zusätzlich war sie mitverantwortlich für die Administration der IT-Infrastruktur.