Warum ist blended Learning interessant für Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen?

Dr. Marie Huchthausen Marketing und Public Relations (PR), Online Kurse, Unternehmertum, Weiterbildung, Wissensmanagement

In der heutigen sich schnell wandelnden Arbeitswelt ist es wichtiger denn je geworden, sein Fachwissen stets auf- und auszubauen und auf aktuellem Stand zu halten. Es gilt Trends zu erkennen und mit der Zeit zu gehen. Doch zugleich wird unser beruflicher Alltag immer schnelllebiger und wir finden oft wenig Zeit uns unserer persönlichen und beruflichen Weiterenticklung zu widmen. Daher ist es für uns hilfreich, wenn Informationen so aufbereitet sind, dass wir sie schnell und effizient aufnehmen und verarbeiten können. Moderne Lernformen helfen uns, einen Zugang zu weiterführendem Wissen zu erhalten, der sich gut mit unserer täglichen Arbeit und vor allem mit der Work-Life-Balance vereinbaren lässt. Das blended Learning ist eine dieser Lehrmethoden.

Was ist blended Learning?

Der Begriff des blended Learnings wird im Gegensatz zu Bezeichnungen wie „eLearning“ oder „Onlinekurs“ selten verwendet. Er ist im Alltag kaum zu finden. Er bezeichnet die Kombination von traditionellem Lernen in Präsenz (also in der Weiterbildungseinrichtung) kombiniert mit einem Online-Anteil. Das kann ein Lernvideo sein, dass man sich zur Vorbereitung auf einen Kurs anschaut, das kann aber ich genauso ein Onlinetest sein, den man nach seinem Kurs per Mail zugeschickt bekommt oder ein Text, den man zur Nachbearbeitung erhält. Blended heißt lediglich „gemischt“. Als spezialisierter Bildungsanbieter für den Bereich der digitalen Bildung, arbeiten seit je her mit einem blended Konzept, denn das Lernen kann in dieser kombinierten Form wesentlich intensiver stattfinden, als in der reinen Präsenz.

Drei Gründe sprechen für das blended Learning:

Eine lächelnde Frau mit einem Buch in der Hand. Sie nimmt am blended Learning teil.Die Lernpsychologie beschäftigt sich als Wissenschaft mit Lernprozessen. Die Ergebnisse zahlreicher Studien und Untersuchungen zeigen auf, dass Lernen zwar sehr individuell ist, aber manche Rahmenbedingungen das Lernen begünstigen. Im Grunde wissen wir das aus der eigenen Lernerfahrung: Sich Wissen anzueignen funktioniert z.B. besser, wenn man sich auf den Unterricht vorbereitet. Erst in der praktischen Umsetzung merkt man zudem, ob man etwas wirklich verstanden hat. Und wenn man den eigenen Biorhythmus dabei beachtet, fällt einem das Lernen leichter. Es fällt uns schwerer gegen die eigene innere Uhr zu arbeiten.

Das heißt also:

  • Das Lernen sollte immer vorbereitet werden: wenn man sich vor einer Unterrichtseinheit mit dem Thema auseinandergesetzt hat, kann man den Unterricht wesentlich effektiver nutzen. Man kann gezieltere Fragen stellen und  so das Thema tiefgreifend erfassen.
  • Übung macht den Meister: gerade digitale Themen sind nicht aus der reinen Theorie zu lernen. Man sollte sie zumindest in Grundzügen haben, um festzustellen wie man vorgehen kann und welche Hürden zu beachten sind. Daher sind in all unseren Kursen Onlineübungen zu den Unterrichtsthemen ein fester Bestandteil.
  • Flexible Zeiteinteilung: Lernen ist ein sehr individueller Prozess. Die einen lernen schnell, andere brauchen länger oder häufige Wiederholungen. Die einen sind früh morgens konzentrierter, andere spät abends. Onlineübungen, die nicht in der Unterrichtszeit stattfinden, ermöglichen es jedem die für sich passende Zeit zum Lernen zu wählen und das Thema so häufig zu wiederholen, bis man es beherrscht.

Gerade der letzte Aspekt bietet sich für berufsbegleitende Weiterbildungen an. Sich berufsbegleitend Wissen anzueignen erfordert immer Disziplin und ein hohes Engagement, denn die Weiterbildung muss in den (Arbeits-) Alltag integriert werden. Die Zeiten für den Unterricht, die Vor- und Nachbereitung kommen also zur eigentlichen Arbeitszeit „on top“. Das bedeutet eine zusätzliche Mehrbelastung im beruflichen und persönlichen Alltag. Für Arbeitnehmer stellt es also einen enormen Vorteil dar, wenn sie einen Teil ihrer Weiterbildungszeit durch blended Learning flexibilisieren können.

Flexibles Lernen am konkreten Beispiel

Eine Person am PC im blended Learning. Man sieht sie von hinten und den Bildschirm von vorn. Blick über ihre Schulter auf die Lernumgebung.Das klingt in der Theorie nachvollziehbar und einleuchtend. Wie kann man sich das aber praktisch vorstellen? In unseren Weiterbildungen -wie dem „Social Media Manager (IHK)„- findet der Unterricht an einer IHK einmal pro Woche abends statt. Zum Beispiel an der IHK zu Dortmund von 17:15 bis 20:30 (an anderen Kammern können die Zeiten abweichen): Man findet sich zum Unterricht mit der Lerngruppe und dem Dozenten vor Ort ein. Der Dozent bereitet das Thema auf, klärt Fragen, gibt Beispiele, erläutert die Umsetzung. Nach dem Unterricht hat man eine Woche Zeit, das Thema praktisch anzuwenden. Durch die anschließenden Onlineübungen kann man zunächst herausfinden, ob man die zentralen Aspekte des Themas erfasst hat. Stellt man dabei fest, dass man nach wie vor Lücken hat, kann man diese durch begleitendes Material wie z.B. die Präsentation des Dozenten oder weiterführende Links und Dokumente nacharbeiten. All dies wird digital in der Lernumgebung zur Verfügung gestellt.
Im weiteren Verlauf der Onlineübungen geht es in die Vertiefung: In Form einer praktischen Aufgabe ist man gefordert, das Thema selbst umzusetzen (zum Beispiel selbst einen Newsletter zu entwickeln). Hat man seine Aufgabe erledigt, erhält man von den anderen Lernenden und dem Dozenten ein Feedback. In dieser Phase stellt man fest, ob man in der Lage ist das Thema praktisch umzusetzen.
Am Ende einer Onlineeinheit steht zuletzt immer ein vorbereitender Teil für den nächsten Präsenzunterricht. Hier sollte man sich gedanklich mit dem anstehenden Thema befassen, Fragen notieren und gewünschte Schwerpunkte ankündigen.
Man hat i.d.R. eine Woche Zeit, diese gesamte Onlineeinheit umzusetzen. In der zeitlichen Einteilung ist man weitgehend frei: So kann man sich abends häufiger für kürzere Lerneinheiten oder am Wochenende für längere Abschnitte Zeit für das Lernen reservieren. Das erleichtert die Einbindung der Weiterbildung in den Arbeitsalltag ungemein und ist auch noch für den Lerneffekt besser, denn man bleibt durch das blended Learning bei jedem Thema am Ball.

Zusammengefasst:

  1. Durch online-Lerneinheiten lernt man intensiver, denn man muss die Themen vorbereiten, selbst in die Praxis übertragen und nachbereiten.
  2. Online Lernen ist gut in den Arbeitsalltag integrierbar, denn man kann selbst entscheiden, wann man seine Lerneinheiten absolviert.
  3. Man bleibt durch blended Learning konstant am Ball und befasst sich nicht nur einmal pro Woche mit dem Thema.

Wenn Sie noch unsicher sind, ob diese Art des Lernens zu Ihnen passt, nehmen Sie gern Kontakt auf oder stöbern in unseren Bewertungen bei Google oder Fernstudiencheck.

Dr. Marie Huchthausen beschäftigt sich als Didaktikerin und Erwachsenenbildnerin seit knapp 20 Jahren mit eLearning und digitalem Lernen. Als Geschäftsführerin der Business Academy Ruhr ist sie verantwortlich für den Bildungsbereich. Sie gibt ihr Wissen rund um das Thema Digitalisierung in zahlreichen In-House-Schulungen und als Speakerin weiter.