41. BARsession: „Die Macht der Communities – wie sie Marken bewegen“

Christina Hölscher Marketing und Public Relations (PR)

Am 11. Februar 2019 fand die erste BARsession im neuen Jahr statt. Aufgrund der digitalen Woche in Dortmund mussten die Gäste dieses Mal drei statt der gewohnten zwei Monate auf die nächste BARsession warten. Doch das wurde mit einem unterhaltsamen Vortrag zum Thema Community Management belohnt. Top-Speakerin Nora Breuker hat zusammen mit anderen Frauen das Start Up „From Fat to Finish Line“ gegründet und uns erzählt, wie wichtig starke Communities für Marken sind und wie man diese aufbaut!

Warum sind Communities eigentlich so wichtig?

Speakerin Nora Breuker auf der Bühne beim Vortrag zum Thema "Macht der Communities"

Top Speakerin Nora Breuker spricht über die Macht der Communities. Foto: Andreas Muck

Lange Jahre sind Unternehmen oder Dienstleister mit Offline- und Empfehlungsmarketing gut gefahren. Auch klassische Online-Marketing-Maßnahmen wurden mit der Zeit immer beliebter. Hier ist es jedoch oft so, dass die Unternehmen wenig Rückmeldung der KundInnen bekommen. Auch, wenn Social-Media-Arbeit immer noch ein wenig belächelt wird, kann sie den Unternehmen einen großen Mehrwert bieten. Die meisten Menschen sind mittlerweile quasi permanent online – mit ihrem Smartphone. Die Kommunikation wird durch Foren sowie durch soziale Netzwerke auf eine persönlichere Ebene verlagert. Das Unternehmen kann sowohl etwas von sich preisgeben als auch die KundInnen besser kennenlernen. Die Glaubwürdigkeit und Authentizität können so gestärkt werden, was wiederum die Loyalität der KundInnen erhöht. Die Kundenbindung wird gefestigt und es wird Vertrauen zur Marke aufgebaut. Empfehlungsmarketing spielt hierbei übrigens trotzdem noch eine wichtige Rolle. Mitglieder der Community laden Freunde, Bekannte und Verwandte ein und empfehlen auch hier die Marke, das Unternehmen oder den Dienstleister weiter.

Die richtige Strategie ist das A und O

Bevor man sich überhaupt eine Community aufbauen kann, muss man sich erstmal über ein paar Dinge klar werden. Man kann natürlich auch einfach anfangen, dann wird man aber nur in den wenigsten Fällen erfolgreich sein. Deswegen ist die richtige Strategie die wichtigste Grundlage für ein gutes Community Management. Dabei müssen zunächst folgende Fragen geklärt werden: Welches Problem hat meine Zielgruppe und wie kann ich ihnen helfen, dieses zu lösen? Natürlich macht in einer Commnity auch der Ton die Musik. Demnach sollte der richtige Umgang miteinander vorher festgelegt werden. So wissen die Community ManagerInnen, welches Verhalten in der Gruppe nicht geduldet werden darf. Konsequenz ist hier besonders wichtig. Man will den Usern einen Mehrwert bieten und Ihnen die Möglichkeit geben, sich selbst einzubringen.

All das sollte man zusammen mit einem Team umsetzen, wobei ein besonderer Schwerpunkt hier auf die Moderation gelegt. Es wird oft unterschätzt welche Arbeit und welcher Aufwand damit verbunden ist. Auch wenn die Community anfangs noch klein ist, kann sich das schnell ändern. Dann wird die Betreuung durch eine Person schnell unmöglich. Dies sollte auch bei der Budgetplanung berücksichtigt werden. Da sich die Mitglieder einer Community sich im Idealfall bei Fragen und Problemen gegenseitig helfen, muss jemand den Überblick über die Themen und die Kommentare haben, damit diese auch zur Ausrichtung passen.

Fazit – Authentizität ist wichtiger als reine Gewinnmaximierung

Zum Schluss gab uns Nora Breuker noch einen wichtigen Rat mit auf den Weg: Kennt eure Zielgruppe! Wie wichtig das ist, veranschaulichte sie uns an einem Beispiel. Auch, wenn sich in eurer Community Influencer befinden, rekrutiert sie nicht ohne nachzudenken als Werbefigur. In ihrer Community ist genau das passiert  und die Community hat sich darüber beschwert, dass die Influencerin ja gar kein richtig aktives Mitglied war. Da gäbe es einige andere Mitglieder, die sich deutlich besser geeignet hätten. Influencer müssen eben auch in der Zielgruppe akzeptiert sein, sonst geht so eine Werbemaßnahme nach hinten los. Hier zeigt sich wieder, dass sich (Online-)Marketing-Maßnahmen von anderen Unternehmen oder Branchen nicht immer auf die eigene Branche oder das eigene Unternehmen übertragen lassen. Man muss – gerade am Anfang – viel ausprobieren, um zu erfahren, was funktioniert. Hierbei sollte man sich viel Zeit lassen. Mindestens ein Jahr sollte zum Aufbau einer Community eingeplant werden. Wichtig ist jedoch, dass die Authentizität dabei nicht verloren geht.

Mehr zur BARsession.

Christina Hölscher ist Soziologin und Erziehungswissenschaftlerin (B.A.), M.A. in Erwachsenen- und Weiterbildung sowie Social Media Managerin (IHK) und Online Marketing Managerin (IHK). Für die Business Academy Ruhr arbeitet sie in den Bereichen eLearning, Qualitätsmanagement sowie im Projektmanagement.