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Was sagt uns der Klout-Wert wirklich?

Wenn sich ein neues Berufsbild, wie das des Social Media Managers etabliert, stellt sich immer die Frage, welche Kompetenzen jemand mitbringen sollte, um in diesem Bereich tätig zu sein. Neben einer formalen Ausbildung, wird der Klout-Wert gern als Maßstab für Social Media Kompetenzen herangezogen. Ist das ein Maßstab?

Ich muss gestehen, dass ich mich in ein neues Feld wage. Ich komme aus der Pädagogik, habe zwar seit mehr als 10 Jahren mit eLearning zu tun, aber mit Social Media beschäftige ich mich erst seit knapp 1,5 Jahren. Stimmt das eigentlich? Nein, natürlich nicht, denn ich nutze viele Social Media Tools schon seit langer Zeit. Die 1,5 beziehe ich auf ein tieferes Eindringen in das Thema, nicht zu letzt durch meine Weiterbildung zum Social Media Manager (IHK). Verglichen mit der Community, bin ich aber natürlich noch ein “Frischling”, der ab und an noch unbeholfen Rumtapst, Ausprobiert und hier und da auch mal einen Fehler macht… und sich öfter mal wundert.

YDer Klout-Wert bringt mich zum Beispiel immer wieder zum Nachdenken. Ist das wirklich ein guter Maßstab für Social Media Expertise? Was sagt er aus? Er misst, mal ganz banal beschrieben, meine Aktivität auf verschiedenen Plattformen. Hier sind wir jedoch schon beim zentralen Kritikpunkt. Viele Plattformen tauchen dort nicht auf. Weder xing, noch die zahlreichen wundervollen Plattformen für die Bild- und Video-Fans. Was ist mit all den Social-Media-aktiven Fotographen, die fleissigst ihre Werke einstellen, andere kommentieren und teilen? Was ist mit den Video-Künstlern? Was ist mit den Professionals in Deutschland, die sich auf xing vernetzen? All das berücksichtigt der Klout-Wert nicht. Was taucht stattdessen auf: facebook. Das kann doch nicht wahr sein, dass jemand, der Hundebilder und sein Mittagessen ständig einstellt und viele “likes” bekommt, einen hohen Klout-Wert hat und als Social Media Experte gilt.

Wollen die Social Media Manger das?

Geht es in diesem Beruf nicht viel mehr um den strategischen Einsatz der verschiedenen Plattformen? Darum planvoll vorzugehen, Kampagnen zu entwickeln, umzusetzen und ihren Erfolg auch messen zu können? Geht es im Social Media Business nicht auch um Experten-Wissen zur Nutzung von Tools zum Beispiel im Bereich Monitoring, oder Unternehmenskommunikation und collaborativer Arbeit im Sinne von Enterprise 2.0?
Tut mir leid, lieber Klout-Wert, ich finde du bist ein nettes Spielzeug, das mir vielleicht etwas darüber aussagt, wie viel Zeit jemand auf einigen Social Media Plattformen verbringen wird, um all seine Postings zu machen, aber über die Qualität der Social Media Arbeit sagst du herzlich wenig.
Mögen mich alle Klout-Gläubigen nun lynchen, aber ich glaube, dass ein Tool, das überwiegend quantitativ ausgerichtet ist, niemals etwas über die Qualität sagen kann. Ein Social Media Manager ist für mich ein Experte in seinem Feld, der gezielt und begründet seine Tools auswählt und seine Expertise darzustellen weiß. Bei einem Einstellungs-Gespräch würde ich daher abraten, nur den Klout-Wert anzuschauen. Ich würde mir zum Beispiel immer den Blog der Bewerber anschauen. Zum einen wie dieser gestaltet ist, aber auch welche Art Content dort produziert wird. Ich würde mir eine Social Media Kampagne von den Kandidaten erbitten, wenn sie noch keine gestaltet haben, dann sollten sie zumindest eine planen können. Ich würde nachfragen, mit welchen Zielen welche Tools genutzt werden. Das sagt mir mehr über die Social Media Expertise als ein Klout-Wert.

  • Dr. Marie Huchthausen arbeitet seit knapp 15 Jahren in den Bereichen Erwachsenenbildung, Hochschulen und Forschung.
  • Die renommierte Wissenschaftlerin und Trainerin entwickelt für die Business Academy Ruhr innovative eLearning Konzepte unter anderem für die Weiterbildung Social Media Manager (IHK).
  • Schwerpunkte ihrer Arbeit sind: eLearning, Didaktik, Online-Beratung, Coaching und Qualitätsmanagement.