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Musical.ly: Playback-App mit hohem Spaßfaktor

Snapchat war gestern, zumindest für viele Teenager in den USA. Im Kampf um Fans, Likes und Follower haben aktuell die sogenannten „musicals“, 15 Sekunden Clips, in denen Teenager entweder Playback zu Popsongs performen oder lustige Zitate Logo Musical.Lynachsprechen, Hochkonjunktur. Lippen synchron zu einem Hit bewegen war noch nie so abwechslungsreich und lustig, wie mit dieser App. Selfie-Bilder sind in, Selfie-Playback-Videos sind aber noch hipper. Der Vorteil für die Kids? Die Eltern haben keine Ahnung von der App.

Auch in Deutschland ist der Hype hier und da bei den Jugendlichen angekommen. Erfolgreiche „Muser“ sind beispielsweise Lisa und Lena. Ihre Musicals verbreiten sie über Instagram und generieren damit Millionen-Follower.  Im Hintergrund: Ein professionelles Management, dass ein Modellabel mithilfe des Erfolgs der Zwillinge launcht.

Erfahren Sie, was den Reiz der neuen App ausmacht, wie es die Kultur der Teenager verändert und ebenso das Marketing für diese Zielgruppe.

40 Millionen Musical.ly-Nutzer Tendenz steigend

Komische Verrenkungen vor der Kamera, Teens die nach einem Song heftig gestikulieren und tanzen: Was im ersten Moment wie eine bunte Comedy-Show anmutet ist der neuste Teenie-Hype. Entwickelt von Luyu Yang und Alex Jun Zhu, den beiden chinesischen Gründern der App, steigt sein der Veröffentlichung im Oktober 2014 das Interesse nicht nur der Jugendlichen. Viele Marketeers sehen den Trend und suchen wie bei Snapchat nach Möglichkeiten der Vermarktung. Doch ähnlich wie bei Snapchat, ist die Monetarisierung noch eine Herausforderung für die Programmierer.

Profil, Playback  und Sprüche performen

Hauptsächlich dreht sich bei Musical.ly alles um vorgegeben Musik und Zitate aus Filmen oder Serien. Wer hat nicht als Kind Lieder nach gesungen oder mit einem imaginären Mikrophon sein Idol performt? Genau diese Bedürfnis bedient die App. Während Erwachsene mit dem Händling also dem Swipen oder Wischen so ihre Anfangsprobleme haben, erobern die Kids intuitiv die Funktionsweise der App. Herunterladen, kurz das Profil verschönert und schon kann man mit dem ersten „musical“ beginnen. Zugriff bietet die App auf Song im Archiv (viele, auch deutsche) oder die eigene Bibliothek. Kennt man den Text des Liedes, kann man sofort mit der Aufnahme starten.

Baby Ariel, eine der erfolgreichsten amerikanischen „muser“ rät im nachfolgenden Video:

#Lerne den Text eines guten Songs.
#Denke dir tolle Gesten und Mimiken aus.
#Fang die Stimmung des Liedes ein.

Witzig, damit das Smartphone beim Video-Selfie-Dreh nicht herunterfällt benutzt sie einen Sucker, einen speziellen Saugnapf. Clever.

Wie eine Social Media Community

Anders als bei Snapchat ist diese App eher darauf aus, eine Community-Plattform zu werden. Man kann zwar alle Werke auf seinen Netzwerken teilen, aber Ziel der Entwickler ist es die Teenager auf ihrer Plattform zu halten. Immer wieder werden deshalb neue Features angeboten, wie Live-Moments oder „Starte ein Duett mit Star XY“. Die App bietet auch die Möglichkeit mit eigenen Songs oder Sprüchen die „musicals“ zu untermalen. Der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt.

Alle Grundfunktionen, wie Schnitt, Countdown bis zum Drehstart oder Effekte sind kinderleicht zu bedienen und das Ergebnis ist erstaunlich. Dank Hashtags wird das Video auch von Gleichgesinnten gefunden. Wettbewerbe „Challanges“ und die besten oder die gerade angesagtesten Videos pushen die Aktivitäten und animieren teilzunehmen, zu interagieren und sich selbst in Szene zu setzen.

Selbst, wenn man den Text nicht gut kann, das Lied läuft im Hintergrund gaaaaaaannnnnnnzzzzz llllllaaaannnngggggsssssaaaaammm. Abgespielt im normalen Modus und schon ist es ein sehr lustiger Clip. Verbreitet über Instagram können auch andere an dem Spaß teilhaben.

 

In Deutschland eher ein Geheimtipp

Während in Amerika die „muser“ wie Baby Ariel den Sprung ins Business geschafft haben, und Fans und Follower auf Social Media Kanälen wie YouTube, Instagram oder Facebook sammeln, ist die App bei uns noch eher ein Geheimtipp, den aber findige Marketeers schon erkannt haben. Die Clips werden in Deutschland zwar auf der Musiyal.ly Plattform produziert, Reichweite generieren diese „Stars“ aber über andere Plattformen, wie Instagram.

„Wie werden ich ein Star im Internet?“

Vor ein paar Jahren blieb mein Auge bei „Gute Frage.de“  (ganz nebenbei auch eine gute Plattform, um Trends besonders junger Menschen zu entdecken) bei der Frage eines 15-Jährigen hängen:“Kann mir einer sagen, wie man ein YouTube Star wird“. Die Antwort war so einfach wie genial: „Du besorgst dir eine Kamera oder nimmt dein Smartphone, drehst ein Video und lädst es auf You Tube hoc. Dann machst du über Facebook und Co, in deine Schule und bei deinen Freunden Werbung und mit ein bisschen Glück schaffst du es.“ Genauso ist es. Ein Star werden, war noch nie so leicht wie in Zeiten von Social Media. Doch der schöne Schein trügt. Zwar gibt es immer noch hier und da Teenager wie Baby Ariel, die es ganz alleine schaffen, aber viele Agenturen haben sich auf diesen Markt spezialisiert und vermarkten die Jugendlichen professionell.

FAZIT

Mir hat das Testen der App echt Spaß gemacht. Ich kam mir vor wie früher bei der Mini-Playback Show. Natürlich habe ich nicht alle Funktionen ausprobiert, denn in der letzten Woche gab es schon wieder neue Features. Doch ähnlich wie bei Snapchat muss man einen Draht zum Selfie haben. Bislang ist der bei mir noch nicht so ausgeprägt, obwohl ich letztens nach dem Artikel auf Bloggerabc gelernt habe, dass ich mit meiner Online-Sichbarkeit nicht warten soll. Aber für dieses Experiment musste (noch) mein Hund Jonny herhalten ;-).

Was bedeutet diese App für Social Media Manager und Online Marketing Manager? Man muss am Ball bleiben und die Trends beobachten. Intuitives Navigieren – für Teens zwischen 10 und 13 normal – auf dem mobilen Endgerät wird meiner Meinung nach immer wichtiger und der Spaßfaktor kommt an. Wenn die Entwickler es schaffen – wie geplant – , in die Musical.ly App eine Messenger Funktion und einen Chat zu integrieren, ist diese App in jedem Fall ein ernster Konkurrenz für Snapchat, Whats App und der Facebook Messenger.

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Irene Mechsner ist Kommunikationswissenschaftlerin M.A. und arbeitet als Redaktionsassistentin in einem Verlag. Darüber hinaus interessierte sie sich für das digitale Business – insbesondere für das Online Marketing. Mit Herzblut unterstützt sie das Business-Academy-Ruhr-Team beim Unternehmensblog.