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Neue Kunden durch Social Media Marketing

Digitale Nachlassverwalterin Birgit Aurelia Janetzky im #Interview.

Selbstständige und Start-Ups setzten in ihrem Marketing-Mix auf Social Media. Warum? Die Kosten sind überschaubar und der Effekt wie die Zahl der Fans und Klicks sind direkt messbar.

Diese Erfahrung machte auch Dipl. Theologin Birgit Aurelia Janetzky. Sie arbeitet in der Bestattungsbranche. Nach ihrem IHK Zertifizierungslehrgang zum Social Media Manager startete sie mit ihrem Unternehmen Semno Consulting erst richtig durch. Ihr Thema: der digitale Nachlass. Im Interview verrät Birgit Aurelia Janetzky, wie sie das gemacht hat. Mit ihrem Blog grabauf-grabab.de fand sie schon 2009 den Einstieg in die Welt von Social Media.

 

Welchen Stellenwert hat Social Media in Ihrer Branche?

Social Media Manager IHK

Birgit Aurelia Janetzky, Digitale Nachlassverwalterin hat gute Erfahrung mit dem Einsatz von Social Media gemacht. Foto: privat

Birgit A. Janetzky: „Eines muss man sich klar machen: Die Sichtbarkeit im Netz ist das A und O. Ist die vorhanden, kann ein Kundennetzwerk entstehen. Die größere Reichweite der eigenen Angebote kommt dann fast von allein. Auf diese Weise konnte ich mir einen Expertenstatus erarbeiten, den ich ohne die Sichtbarkeit im Netz wohl kaum so schnell erreicht hätte.

Bei mir sind es drei Bereiche: Digitaler Nachlass, Trauern im Internet und Social Media in der Bestattungsbranche. Ich war eine der Ersten, die sich mit dem Thema „digitaler Nachlass“ gewidmet haben. Heute sind es schon viel mehr. Es gibt viele Bestattungsunternehmen, die im Bereich Social Media Nachholbedarf haben. Zum Beispiel Facebook: Hier findet man häufig Profile von Bestattungsunternehmen, die Privates und Unternehmensaktivitäten vermischen: Das heißt es zu vermeiden.

Social Media kann bei richtiger Nutzung neue Möglichkeiten eröffnen, die eigene Palette an Angeboten zu erweitern. Bestattungsunternehmen können ergänzend zu ihrem bisherigen Angebot z.B. Gedenkseiten und Regelungen zum digitalen Nachlass anbieten. “

Welche Vorteile hatte die Weiterbildung für Ihr Geschäft?

Birgit A. Janetzky: „Neben der Entwicklung einer Social Media Marketing Strategie, die die Grundlage meines heutigen Unternehmens darstellt, lernte ich Methoden, Tricks und Tools rund um das social Web kennen. Jetzt kann ich diese sinnvoll einsetzen.

Weiterhin greife ich gerne auf das Netzwerk der Kursteilnehmer und die Gruppen bei Facebook zurück, die in der Weiterbildung entstanden sind. Das ist immer sehr interessant. So kann ich mich fortlaufend über neue Entwicklungen informieren und austauschen.“

Facebook Marketing für Selbstständige

 

Social Media und Tod: Passt das in soziale Netzwerke?

Birgit A. Janetzky: „Die wenigsten beschäftigen sich freiwillig mit dem Tod. Erst dann, wenn sie selbst betroffen sind. Lifestyle-Themen sind natürlich viel einfacher zu kommunizieren als Tod und Trauer. Ich sehe es als Aufgabe für die Bestattungsbranche an, den Tod als allgegenwärtiges Element in der Gesellschaft zu vermitteln. Ihn frei zu machen von all dem Spektakel rund um einen plötzlichen Tod oder den Tod eines Prominenten. Der Tod ist in den meisten Fällen nicht spektakulär und plötzlich, wie es in einem schnell geposteten R.I.P („Rest in Peace“)- auf das Profil eines Prominenten vielleicht scheint. Auch nicht prominente Menschen sterben.

Ich finde, dass sich Social Media und Tod zusammenführen lassen, denn letztlich sprechen wir immer auch über das Leben. Die Bestattungsbranche darf beim Social Media Marketing nicht den Anschluss verlieren. Denn die neuen, potenzielle Kunden, die sie beraten wollen, bewegen sich schließlich auch im Internet.“

Welche Strategie verfolgen Sie?

Birgit A. Janetzky: „Generell will ich in Netzwerken auffindbar sein, in denen sich auch meine Zielgruppen aufhalten. Facebook eignet sich da am besten. Man kann Gruppen eröffnen, persönliche Kontakte pflegen und eine enorme Sichtbarkeit für das eigene Themenangebot erreichen. Gruppen sind hier sehr aktiv und persönlich. Der Austausch, der bei Xing stattfindet, verlagert sich vermehrt nach Facebook. Xing nutze ich eher, um ein generelles Kontaktnetzwerk aufzubauen. Hier heißt es, einmal über den Tellerrand der eigenen Tätigkeiten hinauszuschauen und nicht nur das lokale Angebot zu begutachten, sondern die Möglichkeit zu nutzen, größere Kreise zu erschließen. Es ist leicht, Meinungsführer eines Bereiches zu identifizieren. Außerdem bietet das Business Netzwerk eine andere Seriosität, die ich bei Facebook manchmal vermisse.

Twitter und Google Plus integriere ich in meine Strategie, um die Auffindbarkeit innerhalb der Suchergebnisse im Netz zu erhöhen. Mobile Marketing wie WhatsApp und bildbasierte Netzwerke wie Instagram habe ich bisher ausgeschlossen. Besonders wichtig ist mein Blog. Anspruchsvolle und gut recherchierte Artikel, mit denen ich einen Standpunkt setzen will, tragen zur Meinungsbildung bei und können zur Diskussion anregen.“

Bloggen für Selbstständige

 

Was raten Sie anderen Unternehmen?

Birgit A. Janetzky: „Bevor man anfängt, sich unzählige Profile in sozialen Netzwerken zu erstellen, sollte sich jeder die Zeit nehmen, eine solide, organisch wachsende Basis aufzubauen. Hier rate ich, sich beraten zu lassen. Am besten ist es zunächst eine Strategie zu entwickeln. Dabei kristallisiert sich heraus, welche Ziele man verfolgen möchte und welche Zielgruppe das eigene Geschäft bedient.

Anschließend muss man herausfinden, auf welchen Kanälen man die Zielgruppe vorfinden kann und wie man dort am besten mit ihnen kommuniziert. Eine Strategie, die zur Persönlichkeit, dem Unternehmen und zur Branche passt, ist alles! In meiner Branche, bietet sich besonders Facebook als Hauptnetzwerk an, um nahen Kundenkontakt entstehen zu lassen. Xing zum Netzwerken und das Blog für zusätzliche Mehrwertschöpfung.“

Wo stecken die Risiken?

Birgit A. Janetzky: „Wichtig ist, schon bei der Strategieentwicklung, seine Ressourcen im Blick zu behalten! Vor allem die Zeit. Ich spreche hier von Zeit, da ich selbst feststelle, dass sich Social Media zwar in den Arbeitsalltag integrieren lässt, ich das gesetzte Zeitlimit aber schnell überschreite. Dann liest man hier mal noch weiter, will da noch etwas recherchieren, und schon sind ein paar Stunden um. Man muss sich ein festes Zeitfenster setzen, um alles im Überblick zu behalten.

Welche neuen Ideen verfolgen Sie für die Zukunft?

Birgit A. Janetzky: „Auf ausbildung-trauerredner.de biete ich eine Online Weiterbildung zum Trauerredner an. Außerdem folgt ab Ende des Jahres auf digitale-vorsorge.de ein Angebot zur Vorsorge für den digitalen Nachlass für Menschen, die sich vorab informieren wollen – und nicht erst, wenn schon jemand verstorben ist.“

Danke für das Gespräch!

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Milena Droste ist Betriebswirtin, Social Media Managerin, Online Redakteurin und Online Marketing Managerin. Seit 2014 ist sie Projektmanagerin und Beraterin bei der Business Academy Ruhr. Als Referentin bietet sie zudem Vorträge und Workshops zu den Social Media Networks sowie zur Social Media Strategie an.