Wie das Netz unser Informationsmanagement verändert

Dr. Marie Huchthausen Business Academy Ruhr

Im Zuge der Internetnutzung hat sich unser Zugang zu Informationen grundlegend verändert. Heute geht es nicht mehr darum, wie man an Informationen kommt, sondern um die Auswahl, die sinnvolle Speicherung und ein möglichst schnelles Wiederfinden dieser. Nun stellt sich die Frage, wie man das eigene Informationsmanagement mit Hilfe von Social-Media-Tools weiterentwickeln kann.

Dieses Thema ist nicht nur für unsere angehenden Social Media ManagerInnen von Bedeutung, sondern für alle, die beruflich oder privat darauf angewiesen zu sind, gut informiert zu sein. Durch die Vernetzung haben wir heute Zugang zu Informationen rund um den Globus, rund um die Uhr. Wir ertrinken in eMails, bei Recherchen werden wir von den Treffer-Quoten erschlagen und wenn wir die Informationen einmal gefunden haben, müssen wir klären, wie wir sie so speichern, dass wir sie wiederfinden.

Die Frage ist, wie wir Social-Media-Tools für das eigene Informationsmanagement nutzen können?

Wenn man an “Social Media” denkt, dann gehört der Bereich des Informationsmanagements nicht zu den ersten Assoziationen, die einem dazu einfallen. So ist mein bisheriger Eindruck, dass das Potential der Tools, die man für das eigene Informationsmanagement nutzen kann, häufig unterschätzt wird. Während das Netzwerken und der Austausch über Social Media Plattformen häufig zum Alltag gehört, nutzen selbst erfahrene Social Media PraktikerInnen nur wenige Tools für ihr eigenes Informationsmanagement. Natürlich ist “Google” eine der ersten Nennungen, die man hört, wenn sich über das Thema “Informationen” austauscht. Auch einen Google-Alert nutzen viele, manche kennen auch noch weitere Suchmaschinen, für spezifischere Zwecke, aber dann ist bei vielen auch schon Schluss. Auf Twitter als Informationskanal, RSS-Feeds, bzw. Feedreader und die “virtuellen-Gedächtnis-Tools” wie Evernote, Pocket, Zettelkasten etc. kommen viele zum Thema “Informationsmanagement” erst auf den zweiten Blick. Schade, denn diese Tools bieten uns wunderbare Möglichkeiten, Links zu speichern, mit Stichworten zu versehen und dann auch wiederzufinden. Denn gerade das Speichern und Wiederfinden ist eine besonders kniffelige Angelegenheit in der heutigen Zeit. Wer hat nicht schon öfter auf Zugfahrten einen tollen Artikel entdeckt, den er gern speichern und später nochmals lesen würde? Wer nicht schon Wartezeiten beim Arzt genutzt, bei Twitter einen Link verfolgt und später nicht wieder gefunden?

Gerade die Mobilität und Nutzung von verschiedenen Endgeräten spricht für die Erweiterung des eigenen Informationsmanagements auf Social-Media-Tools, denn Informationen sinnvoll zu nutzen, bedeutet sie nicht nur zu finden, sondern sie vor allem so zu speichern, dass man sie wieder findet.

Dr. Marie Huchthausen beschäftigt sich als Didaktikerin und Erwachsenenbildnerin seit knapp 20 Jahren mit eLearning und digitalem Lernen. Als Geschäftsführerin der Business Academy Ruhr ist sie verantwortlich für den Bildungsbereich. Sie gibt ihr Wissen rund um das Thema Digitalisierung in zahlreichen In-House-Schulungen und als Speakerin weiter.