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LEARNTEC 2017: Trends digitaler Bildung

Über 250 Aussteller und 200 Referenten: Das war die LEARNTEC in Karlsruhe. Zwei Tage lang war ich für die Business Academy Ruhr dabei. Mein Auftrag: Neue Trends der digitalen Bildung aufspüren und live von der Messe über Twitter und Facebook berichten.

Bereits zum 25. Mal fand Europas größte Fachmesse für technik-basierte Lernformen statt. Und für mich als Medien-Didaktikerin (fast) der ersten Stunde war es ein sehr bemerkenswerter Messebesuch.

Eindrücke LEARNTEC

Auf der LEARNTEC gab es viel zu entdecken.

Online Lernen fördert das nachhaltige Lernen

Es war die 25. Auflage der Fachmesse LEARNTEC. Fast genauso lange beschäftige ich mich schon mit Lerntechnologien. (Na ja, ein paar Jahre fehlen mir). Dieses Jahr besuchte ich die LEARNTEC zum ersten Mal in einer Doppelrolle: zum einen als Medienpartner und zum anderen als Teil der Geschäftsführung eines Bildungsanbieters.

Im Jahr 2014 hat das Thema „Online Lernen“ mit mir als Geschäftsführerin Einzug in die Business Academy Ruhr gehalten. Nach und nach haben wir all unsere Weiterbildungen mit IHK-Zertifikat im digitalen Business auch als Online Kurs angeboten. Des Weiteren beinhalten auch unsere Präsenzkurse online-basierte Lerneinheiten.

Die Gründe dafür liegen nicht nur an den Kursinhalten, die alle im Bereich des digitalen Business angesiedelt sind, sondern auch an den Lernerfolgen, die das Online Lernen mit sich bringt. Denn es ist erwiesen, dass das Online Lernen nachhaltiger funktioniert, wenn verschiedene Lernkanäle angesprochen werden. Online Lernen ist deshalb für mich also nicht nur „Technik“, sondern hat ein lernpsychologisches Fundament. Es bringt den Lernenden dazu, Gelerntes praktisch anzuwenden. Letztendlich der beste Weg sich Neues anzueignen. Aus diesem Grund bin ich mit zwei Fragen zur LEARNTEC gefahren:

  1. Wohin gehen die Trends digitaler Bildung und insbesondere des digitalen Lernens?
  2. Gibt es für uns sinnvolle Ergänzungen der bestehenden digitalen Lernarrangements/Lernplattformen?

 

Quo Vadis digitale Bildung in Deutschland?

Nun sind die zwei ereignisreichen Tage vorüber. Habe ich eine Aufbruchstimmung gespürt, weil zwei Tage die Digitalisierung der Bildung im Fokus stand? Den Willen aller, die Bildung sinnvoll zu digitalisieren? Der erste Tag begann zunächst mit dem Einführungsvortrag. Dem schloss sich eine Diskussion zur „Zukunft der Bildung“ an. Hier wurden verschiedene Perspektiven (politisch, hochschulisch, gesellschaftlich) vorgestellt und diskutiert.

Mein Eindruck: Es scheint, dass alle (Politiker, Wissenschaftler und Lehrenden) sich der Bedeutung digitaler Lernumgebungen bewusst sind. Das scheint aber im Umkehrschluss nicht gleichzeitig zu bedeuten, dass man es nun in allen Bereichen der Bildung gleichermaßen umsetzt. Natürlich existieren Best-Practice-Modelle. Einiger dieser Vorzeigeprojekte wurden daher auch auf der LEARNTEC präsentiert. Aber wie repräsentativ sind eine Handvoll Best-Practice-Beispiele?

Meine Erfahrungen an Hochschulen und Schulen vermitteln mir eher den Eindruck, dass der Weg nur in kleinen Schritten umgesetzt wird. Vielen Institutionen fehlt bis heute eine genaue Vorstellung, welche Potentiale die digitale Bildung ihnen bietet. Von einer Strategie, wie man sie optimal nutzen und einsetzen könnte, sind viele noch weit entfernt. Hier hätte ich mir mehr Aufbruchstimmung gewünscht und weniger Postulate wie „… Bildung wird in Zukunft ohne Digitalisierung kaum möglich sein …“. Und dieses Gefühl des „Hinterherhinkens“ scheine nicht nur ich auf der Messe gehabt zu haben.

 

3 Trends digitaler Bildung

Neben dem Anwenderforum, dem Branchenforum und dem school LEARNTEC-Bereich interessierte mich besonders das Trendforum. Endlich konnte man als Besucher nach den Vorträgen die neuesten Trends des technik-basierten Lernens erspüren und ausprobieren. Hoch spannend! Die Arbeit auf den Lernplattformen schien mir bei den vielen Anbietern auf der LEARNTEC auf einem sehr hohen Niveau. Alle Lernplattformen boten jeglichen Komfort digitaler Lernarrangements.

Für die zukünftige Entwicklung konnte ich drei Trends digitaler Bildung ausmachen:

1. Hello Avatare!

Die digitale Bildung bewegt sich mehr und mehr in Richtung Automatisierung. Eine Lernberatung durch Avatare war an vielen Stellen zu finden. Avatare fungieren dabei als die Schnittstelle zwischen Menschen und virtuellen Realitäten im digitalen Raum. Sicherlich ist diese Entwicklung nicht neu, aber dennoch zeigten viele Anbieter neueste technische Möglichkeiten.

2. Lern-Präsentationen als Video

Besonders beliebt waren Lernpräsentationen. Die Lerninhalte werden als Chart oder in Bilder aufbereitet und dann in Form eines Videos präsentiert. Das Bewegtbild ist also auch im Bereich des Lernens auf dem Vormarsch.

3. Augmented und Virtual Reality

Der Hype um Pokemon Go macht auch auf der LEARNTEC nicht halt. Mit Augmented und Virtual Reality wollen die Aussteller bei den Zielgruppen punkten. Vor allem im Hochschulbereich, in der Medizin oder der Technik sehe ich hier großes Potential. Ich wanderte mit Hilfe einer „Mixed-Reality-Brille“ im Inneren eines Auges herum. Einzigartig. Und um Fachtermini zu lernen, konnte man mit der Brille die Messe virtuell durchlaufen. Überall entdeckte ich dabei Avatar-Tutoren, die mir hilfreich Dinge erläuterten.

Die Entwicklung solcher Szenarien ist sicherlich zukunftsweisend und im Rahmen standardisierter Bildungsprogramme auch sinnvoll. Da die Entwicklung jedoch noch sehr zeit- und kostenintensiv ist, ist dies sicherlich eher für Bereiche angebracht, in denen sich die Inhalte der Wissensvermittlung nicht ständig ändert wie bei unseren Weiterbildungen im digitalen Business. Dennoch glaube ich, dass es der Weg der Zukunft an vielen Stellen sein wird.

FAZIT

Die zwei Tage waren sehr interessant für mich. Als Aufgabe nehme ich mit, dass wir sehr bald video-basierte Erklärungen für einzelne Themenfelder in unsere Lernplattform einbinden werden. Das scheint für den Lernerfolg zielführend zu sein. Meine Hoffnung, eine Unterstützung des organisatorischen Prozessablaufs im Bereich der digitalen Bildung zu finden, wurde nicht erfüllt. An dieser Stelle würde ich mir weitere Erleichterungen vonseiten der Anbieter von Lernplattformen wünschen.

Ob sich das allgemeine Interesse an der digitalen Bildung verändert hat, kann ich nicht einschätzen. Vielleicht wird das Thema auch nur einfach häufiger öffentlich diskutiert? Letztendlich ist die LEARNTEC eine Filter-Blase des Online Lernens. Sie spricht nicht die breite Masse an, sondern möchte die innovativen Wegbereiter der Digitalisierung vereinen und einem Fachpublikum näherbringen. Und das hat sicherlich sehr gut funktioniert. Darüber hinaus würde ich mir für die nähere Zukunft wünschen, dass die Wegbereiter ihr neu gewonnenes Wissen in ihre Bildungseinrichtungen und Institutionen weitertragen. Dann könnte vielleicht endlich eine gemeinsame Aufbruchstimmung aufkeimen.

Ich gehe inspiriert und mit vielen neuen Visitenkarten und Informationen nach Hause. Es waren anstrengende Tage. Meine Füße schmerzen vom Laufen und mein Kopf vom vielen Denken. Meine Fantasie freut sich darüber, dass sie sich in den letzten Tagen austoben konnte. Ich freue mich auf das nächste Jahr, weil ich schon gespannt bin, welche Trends digitaler Bildung sich bis dahin entwickeln.

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  • Dr. Marie Huchthausen arbeitet seit knapp 15 Jahren in den Bereichen Erwachsenenbildung, Hochschulen und Forschung.
  • Die renommierte Wissenschaftlerin und Trainerin entwickelt für die Business Academy Ruhr innovative eLearning Konzepte unter anderem für die Weiterbildung Social Media Manager (IHK).
  • Schwerpunkte ihrer Arbeit sind: eLearning, Didaktik, Online-Beratung, Coaching und Qualitätsmanagement.