Business-Academy-Ruhr.de - Wir leben Social Media

Storytelling: Digital – Multimedia – Social #gelesen

„Storytelling“ ist in aller Munde. Zu Recht. Gute Geschichten finden eben ihre Zielgruppen und Kunden. Doch noch immer fehlt es in vielen Unternehmen für die erfolgreiche Umsetzung an Ideen und dem Know-How.  Das Praxisbuch „Storytelling: Digital – Mulitmedial –Social“, der Autorin Pia Wieskamp, Expertin für Online Marketing, Social Media und Storytelling, bietet Lösungen an.

Was zeichnet das Buch aus? Wie ist es aufgebaut? Für wen ist es geeignet? Lohnt sich die Anschaffung? Ich habe mir den fast 300 Seiten Wälzer einmal genauer angeschaut.

Meine Sommerlektüre ist eingeflogen! Danke an den @hanserliteratur 😊#hanserverlag #piakleinewieskamp #storytelling #rezension

Ein von Irene Mechsner (@irene.mechsner) gepostetes Foto am

Eines vorweg: In den letzten Jahren sind mir schon viele Beiträge/Bücher zum Thema „Storytelling“ unter gekommen. Umso gespannter war ich auf das Buch. Und ich wurde nicht enttäuscht. Im Gegenteil. Ich könnte auch sagen: Dank Pia Wiesmann bin ich jetzt viel schlauer.

Storytelling für die Markenbildung

Wo kann Storytelling zum Einsatz kommen? Was passiert in unserem Gehirn, wenn wir einer guten Geschichte lauschen? Warum ist es so wichtig, mit Geschichten Emotionen zu wecken, um nachhaltig in Erinnerung zu bleiben? Welche Instrumente und Formate stehen für das Storytelling zur Verfügung? Das sind nur einige der Fragen, auf ich im Buch fundierte Antworten bekommen habe.

Geschickt fängt die Autorin den Leser gleich zu Beginn ein. Zweifler, die sich fragen könnten, warum ihr Unternehmen überhaupt Storytelling braucht und wie der Einsatz aussehen könnte, brauchen nur bis zum zweiten Kapitel blättern. Dort hat die Herausgeberin Antworten parat und präsentiert darüber hinaus viele Ideen. Change- und Wissensmanagement, Human Branding, Markenaufbau und Markenstory: Überall bringt das Storytelling einen Mehrwert. Denn „Menschen folgen keiner Person, einem Produkt oder Service, sondern einer Wertvorstellung (Seite 19).“

Geschichten ja, aber keine Märchen

Gute Geschichten sollten sich die Erkenntnisse der Neurowissenschaft zu Nutze machen, rät Pia Wieskamp und beschreibt in einem Exkurs, die Funktionsweisen des menschlichen Gehirns. Was ist Wissen?  Wie werden Emotionen angesprochen? Ihr Fazit: Unternehmen müssen mit ihren Storys das „Kopfkino“ der Menschen anschalten, also an vorhandenes Wissen der Menschen anknüpfen. Dann erreichen sie auch ihr Publikum. Dabei ist der Einsatz von weiteren Medien sehr wichtig. Text allein reicht heute nicht mehr. Durch Video, Fotos, Slideshows oder Podcast müssen die Story ergänzt werden, um ihre Leser/User zu erreichen.

Einfach drauf loslegen, das ist für die Autorin dabei nicht die optimale Lösung. Ihr Tipp: Hinter der Story sollte immer auch eine durchdachte Strategie stecken. Denn: Nur relevante Inhalte haben heutzutage eine Chance aus der Masse herauszustechen. „Geschichten ja, aber keine Märchen“. Das Produkt sieht sie als Held der Geschichte. Mit Storys über Hintergründe, Details usw. werden Kunden unterhalten und emotional berührt. „Wir trauen uns als Unternehmenskommunikatoren nicht mehr, auf unseren Bauch zu hören und einfach das zu erzählen, was uns selbst interessiert“, beschreibt Tobias Dennehy, storycodex.com, als einer der 11 Experten, die im Buch zu Wort kommen,  die Problematik im Unternehmen. Seine Forderung: neue Kompetenzen für die Abteilungen und Redaktionen.

Alles Drama oder was?

Hier knüpft Pia Wieskamp geschickt an das Vorherige an. Auf den folgenden fast 80 Seiten dröselt sie alle Aspekte rund um das Storytelling minutiös auf und schafft damit eine Grundlage für die Leser, mehr Wissen und Kompetenzen zu erlangen. Von den Grundelementen des Aufbaus über die Planung (Storyboard), Umsetzung und das Monitoring bis hin zum Visual Storytelling, welches für die Sichtbarkeit immer wichtiger wird, reichen ihre Ausführungen. Dabei wird auch die Frage, was einen guten Storyteller ausmacht wird, beantwortet: „Jeder Mensch ist ein Storyteller“. (Seite 147)

Aber wie sieht die genaue Umsetzung im Unternehmen aus? Was müssen Kommunikatoren tun? Damit eines klar ist, so Wieskamp: „Niemand wartet auf Ihren Content“. Anhand von praktischen Anwendungsmöglichkeiten werden anschaulich Prozesse, Umsetzungen und Visionen skizziert. An dieser Stelle lässt die Autorin Experten aus der Praxis zu Wort kommen: Nach der Einführung von Claudia Hilker, Unternehmensberaterin für digitale Marketing-Kommunikation, zum Thema „Storytelling als zentrales Element im Content Marketing“ schildern die Verantwortlichen von Bosch, Microsoft und Bastei-Lübbe Beispiele aus ihrem Unternehmen.

Social Media und Storytelling

Um auch wirklich alle Aspekte rund um das Storytelling zu beachten, kommen natürlich die Social Media Kanäle zur Sprache. Statt die einzelnen Kanäle aufzuzählen, deren Besonderheiten und Funktionen, sensibilisiert Wieskamp den Leser zunächst für die Reizüberflutung, die durch die sozialen Medien entstehen kann und die mitunter sogar zu einer Abkehr führt. Umso wichtiger ist es, den User zur Interaktion, zum Mitmachen zu motivieren.

Am besten sei es, die Inhalte (story) gezielt auf die jeweilige Plattform wie Facebook, den Blog, Live-Streaming etc. abzustimmen, als ein Teil einer gesamten „Storyworld“ (Seite 211). Ganz klar hat die Expertin an dieser Stelle auch viele gute Tipps parat, wie und in welchem Format ein Unternehmen seine Geschichten in den Social Media Kanälen optimal an den User bringen kann. Ihr Fokus liegt aber eher auf dem großen Ganzen als auf den Details der Plattformen. Das überlässt sie dann den jeweiligen Experten.

Herausforderungen für die Zukunft

Besonders spannend fand ich Pia Wieskamps Ausblick in die Zukunft. Transmediales Storytelling? Dieser Begriff war mir bis dato noch nicht untergekommen. Kein Unternehmen kann sich der digitalen Entwicklung verschließen, weder in der Produktion, der Logistik, dem Vertrieb oder eben auch in der Unternehmenskommunikation. „Star Treck wird Realität“ (Seite 271):  Dieser Aussage der Autorin stimme ich 100% zu. Dieses Buch zeigt Möglichkeiten und Chancen auf, wie Kommunikationsverantwortliche in Unternehmen mit strategischen, multimedialen Storytelling diesen Weg erfolgreich beschreiten können.

FAZIT

Für Unternehmen, die Storytelling für ihr Marketing nutzen möchten, ist dieses Buch ein Glücksfall. Es ist spannend zu lesen, aktuell und trotzdem in die Tiefe gehend. Die Texte der Herausgeberin und Autorin, aber auch der Experten, sind sehr gute lesbar und für jeden verständlich. Selbst wenn es etwas wissenschaftlicher wird, sorgen Markierungen, Tipps, Infografiken, Bilder und Zusammenfassungen für einen guten Überblick.

Die Autorin kennt ihre Zielgruppe ganz genau, das merkt man an Hinweisen wie: „Wer Angst hat, mit dem Geschichten schreiben anzufangen, sollte direkt zu Kapitel 9 schwenken“ 🙂 Gleichzeitig versteht sie es, mit ihrem Fachbuch ebenfalls eine Geschichte zu erzählen, in all Ihren Facetten. Der Held? Ist natürlich die Story.

Nebenbei bemerkt: Mir als Trecki- und Star Wars-Fan gefielen besonders Passagen wie: „Wer ist schlauer? Der rational denkende Mr. Spock oder der emotional handelnde Dr. McCoy?“ (Seite 27) oder „Die Figuren der Star-Wars-Serie reizen geradezu in sie hineinzuschlüpfen …“ (Seite 102). So ist das eben mit echten Storytellern wie Pia Wieskamp: Sie wissen, wie man den geneigten Leser fängt.

Das könnte Sie auch interessieren:

 

Irene Mechsner ist Kommunikationswissenschaftlerin M.A. und arbeitet als Redaktionsassistentin in einem Verlag. Darüber hinaus interessierte sie sich für das digitale Business – insbesondere für das Online Marketing. Mit Herzblut unterstützt sie das Business-Academy-Ruhr-Team beim Unternehmensblog.