Social Leadership als Führungskompetenz der Zukunft

Dr. Marie Huchthausen Business Academy Ruhr

Ein Unternehmen zu leiten war schon immer eine Herausforderung. Neben den organisatorischen Aufgaben, geht es vor allem darum, Mitarbeiter zu führen. Ihnen Rahmenbedingungen zur Verfügung zu stellen, in denen sie wachsen können. Sie zu fordern und zu fördern. Raum für Kreativität und Entfaltung zu lassen, aber klare Strukturen und Orientierungen zur Verfügung zu stellen. In Zeiten des Web 2.0 kommen weitere Anforderungen und Gestaltungsspielräume hinzu.

Der Begriff “Führung” ist in unserer Sprache nicht ganz einfach und nicht nur positiv belegt. Genauso uneindeutig ist die Zuweisung von Kompetenzen, die eine Führungskraft benötigt, um ihre Tätigkeit auszufüllen. Zudem sich die Führungs-Komeptenzen sicherlich auch noch nach Branche und Betriebskultur unterscheiden können. Die Frage ist also: was muss eine Führungskraft können. Diese Frage wird vor dem Hintergrund der “Enterprise 2.0″ Entwicklung und dem Change in den Unternehmen umso spannender, als das neue Anforderungen hinzukommen, aber genauso traditionelle Werte wieder auf dem Prüfstand stehen können. Pauschal könnten wir sagen, dass eine Führungskraft früher wie heute in der Lage sein muss, Mitarbeiter zu führen. Eine Richtung zu weisen, Orientierung zu bieten und selbst mit gutem Beispiel voran zu gehen. In Zeiten von Fachkräftemangel und Burn-Out, haben manche Unternehmen verstanden, dass ein gutes Arbeitsklima wichtig ist, um Arbeitskräfte zu gewinnen und zu halten. Wie trägt dazu bei, ein gutes Arbeitsklima zu schaffen?

Wie kann Führung heute gelingen?

In Zeiten des Web hat sich vor allem das Kommunikations- und Informationsverhalten des Menschen verändert. Informationen sind in großer Fülle, immer und überall abrufbar. Der User ist es gewöhnt, Einblicke zu erhalten, mit zu diskutieren und mit zu gestalten. Diese Rahmenbedingungen prallen natürlich auch auf die Arbeitswelt. Der Bewerber, die Bewerberin von heute ist meist schon bei seiner/ihrer Bewerbung gut über das Unternehmen informiert. Bewirbt sich vielleicht aufgrund von Berichten der MitarbeiterInnen auf sozialen Plattformen und hat Einblicke in das Unternehmen. Damit müssen die Unternehmen nicht nur umgehen lernen, sondern ihre Innen- und Außendarstellung reflektieren und aktiv gestalten.Ein Unternehmen, dass in seiner Außendarstellung offen und kommunikativ auftritt, tut gut daran diese Werte auch intern zu vertreten.

Social Leadership als Führungskompetenz im Web 2.0

Die heutige Führungskraft ist also gefordert intern das umzusetzen, was nach Außen kommuniziert wird und umgekehrt. Dazu ist notwendig, das Web 2.0 zu kennen, zu wissen auf welchen Plattformen wie über das eigene Unternehmen kommuniziert wird und Tools zu Unterstützung von Kommunikation und Transparrenz auch intern einzusetzen. Also durchaus ein “technischer” Aspekt von Führung. Dahinter verbirgt sich jedoch auch eine Haltung von Offenheit, Kommunikation und Transparenz, die im Unternehmen gelebt werden will. Die Herausforderung ist, den technischen Part der social Leader Kompetenz zu beherrschen, ihn aber auf das eigene Führungsverhalten herunter zu brechen. Das bedeutet, sich aktiv mit seiner Führungsrolle auseinander zu setzen, diese vielleicht neu zu “übersetzen” und möglicher Weise anders zu definieren. Ihren MitarbeiterInnen Entwicklungsräume zur Verfügung zu stellen und sie einzubinden. Dies kann zwar technisch umgesetzt werden, muss jedoch persönlich in die Realität übertragen werden. Die Verbindung von technischen Möglichkeiten und kulturellen Praxen steht im Mittelpunkt.

Die Business Academy Ruhr entwickelt gerade einen Lernraum für das Social Leadership. Eine Weiterbildung für Führungskräfte, die die Verbindung von technischer Innovation und Unternehmenskultur aufzeigt, Erfahrungs- und Reflexionsräume bietet und Führungskompetenz vor dem Hintergrund der Web 2.0 Anforderungen definiert. Geplant ist ein Start im Herbst 2014. Wer neugierig geworden ist und mehr erfahren möchte:  marie@business-academy-ruhr.de

Dr. Marie Huchthausen beschäftigt sich als Didaktikerin und Erwachsenenbildnerin seit knapp 20 Jahren mit eLearning und digitalem Lernen. Als Geschäftsführerin der Business Academy Ruhr ist sie verantwortlich für den Bildungsbereich. Sie gibt ihr Wissen rund um das Thema Digitalisierung in zahlreichen In-House-Schulungen und als Speakerin weiter.