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LOVE OUT LOUD – Die re:publica 2017 als Newbie

Überforderung – dieses Wort beschreibt mein Gefühl, als ich mich wie viele andere am letzten Montag in die lange Schlange zur re:publica einreihte. Kein Wunder, denn die re:publica brach auch in diesem Jahr all ihre Rekorde: Mehr als 8000 Besucher, insgesamt 500 Stunden Programm auf 17 Stages. Blogger, Journalisten, digitale Pioniere und allerhand andere „Medienleute“ besuchten die Digitalkonferenz vom 8. bis zum 10. Mai. Einer von ihnen war ich, ein sogenannter „Newbie“- den Kopf voller Fragen und Neugierde auf das, was die nächsten drei Tage so mit sich bringen würden. Dresscode auf der re:publica: Hauptsache das Smartphone stets im Anschlag. Optisch passte ich also schon mal ganz gut auf die re:publica 2017.

Love out Loud

„Love out Loud“ – so lautete das Motto der diesjährigen re:publica. Unschwer zu erkennen, vor allem an der wirklich ausgefallenen Deko und der allgemein bunten Aufmachung der Location, der STATION am Berliner Gleisdreieck. „Loving out Loud“ war auch aber maßgeblich für die Stimmung auf der re:publica: Selten habe ich auf Großveranstaltungen einen derart freundlichen und respektvollen Umgang erlebt. Trotz voller Sessions, langer Schlangen beim Catering und eher durchwachsenem Wetter war die Stimmung super.

„Wir dürfen das Internet nicht den Arschlöchern überlassen“, so re:publica-Gründerin Tanja Häusler zum Auftakt. „Es ist unsere digitale Gesellschaft. Wir müssen sie gestalten“, das Credo von re:publica-Vater Markus Beckedahl. In Zeiten von Fake-News, Hatespeech und Clickbaits suchten sowohl Besucher als auch Speaker nach Möglichkeiten, die digitale Welt (wieder) zu einem besseren Ort zu machen. Wer nun glaubt, es herrschte Krisenstimmung, liegt falsch. Wer Plüsch-Einhörner und Regenbögen suchte, ebenfalls. Selbstverständlich wurde durchaus hartnäckig und ernsthaft diskutiert. Der Ton war dabei jedoch stets auf das Positive bedacht, auf Lösungen für Probleme und Herausforderungen, vor die uns „dieses Internet“ stellt, bedacht. Man merkt: Der re:publica Zauber hat auch mich in seinen Bann gezogen.

Loving out Loud – Community Management

Mich interessierten vor allem Sessions zur Zukunft des Online Marketings, im Speziellen Community Management und Social Media Marketing. Das Angebot war groß. Meine erste Session hatte den vielversprechenden Titel „Ein Plädoyer für anständiges Community Management“. Der direkte Dialog mit der Community ist als Community Manager keine einfache Aufgabe: Er agiere nicht mehr „nur“ als Hans Peter oder Lieschen Müller, sondern als offizielle Stimme einer Institution. Genau dieser Verantwortung stellen sich viele Community Manager nicht, so die Vortragenden. Oft geschehe dies aus Unwissenheit, immer häufiger aber auch aus Ignoranz zu Gunsten von Likes und Reichweite. Welche Konsequenzen haben Clickbaiting und der „Wir führen doofe Nutzer öffentlich vor“-Stil im Community Management? Um die Auswirkungen auf die Community sowie die Gesellschaft ging es in der anschließenden Diskussion. Die Speaker berichteten aus ihren eigenen Erfahrungen und zeigten Strategien auf, die Community Manager anwenden können, um die Kommunikationskultur auf den eigenen Präsenzen zu verbessern.

Community Management – Ein absolut spannendes Thema mit viel Diskussionspotenzial. Interessiert war ich schon vorher, aber so richtig begeistert für Community Management hat mich erst diese Session. Genau so oder ganz ähnlich ging es mir in vielen Sessions. Die Speaker, allesamt Experten auf ihrem Gebiet, schafften es – vor allem durch eine sehr interaktive Vortragsweise – das Publikum mitzureißen, zu begeistern und für neue Themen zu sensibilisieren.

Mein Fazit

republica 2017

Die re:publica App war mein stetiger Begleiter: Welche Session wann? Und vor allem wo? Wie komme ich dahin? Und wo ist Platz für eine Kaffeepause? Ob in den Sessions selbst, auf dem Außengelände oder auf den allseits beliebten Affenfelsen (Stichwort: Akku leer) – das Gelände zu überblicken und sich zurechtzufinden war eine echte Herausforderung. Am Ende der re:publica war von der anfänglichen „Newbie-Überforderung“ jedoch nichts mehr übrig und ich konnte meine Kollegen Holger und Milena wirklich gut verstehen, die schon seit mehreren Jahren re:publica Fans sind und sich nahezu jedes Jahr Anfang Mai auf den Weg in die Hauptstadt machen.

Wie man beim Lesen des Beitrags vielleicht bemerkt hat: Ich wurde nicht enttäuscht und fuhr nach der re:publica etwas wehmütig in Richtung Heimat. Die Tage in Berlin vergingen viel zu schnell. Im Gepäck hatte ich aber vor allem Eines – viele neue Impulse für meine Arbeit, die Gewissheit, dass dies sicherlich nicht meine letzte re:publica war und die Erkenntnis, dass sich 20 Minuten Anstehen für eine Portion Gemüsepommes doch lohnen können.

Luisa Lütkebohle ist Online Marketing Managerin (IHK) sowie Betriebswirtin und Medienwissenschaftlerin (B.A.). Neben der Umsetzung von Online Marketing Kampagnen liegen ihre Schwerpunkte vor allem in der Contenterstellung und im Social Media Marketing.