Kompetenzen der digitalisierten Arbeitswelt

Dr. Marie Huchthausen Business Academy Ruhr

Die Arbeitswelt verändert sich mit der Zunahme des Internets und webbasierten Anwendungen, was sich natürlich auf die Anforderungen an die Kompetenzen der MitarbeiterInnen auswirkt. Der Umgang mit Informationen, netzbasierte Kommunikation, das Arbeiten in dezentralen Teams, sind Beispiele für die Anforderungen an Kompetenzen der „digitalen Mitarbeiter“. Was führt jedoch zu diesen veränderten Anforderungen an Kompetenzen? Schaut man sich die Arbeitswelt an, fällt auf dass viele Unternehmen sich immer weiter ausdifferenzieren und dezentralisieren, Arbeiten häufig projektbezogen stattfinden und Team nicht mehr zwangsläufig in einem Raum, auf einem Flur, gar in einem Gebäude oder an einem Ort sitzen. In Zeiten der Globalisierung sind internationale Teams keine Seltenheit mehr. Genauso wie Teams, die an einem Ort arbeiten, sollen jedoch auch die dezentralen Teams effizient arbeiten können: sie sollen ihr Wissen bündeln, zielorientiert zusammen arbeiten und gute Ergebnisse liefern. Die Unternehmen stehen mehr und mehr vor der Herausforderung, Zusammenarbeit und das Teilen von Wissen zu organisieren und Austausch zu fördern.

Veränderungen der Arbeitsorganisation führen zu neuen Kompetenzanforderungen an digitale Mitarbeiter

Daher ist es wichtig, eben diese Kompetenzen bereits während in den Arbeitsalltag und auch die kontinuierliche Weiterbildung der MitarbeiterInnen zu integrieren. Im vernetzten Zeitalter sollten die MitarbeiterInnen die Gelegenheit bekommen, sich in vernetzten Projektgruppen zu organisieren und gemeinschaftlich Ergebnisse zu erzielen. Soziale Medien unterstützen diese Prozesse mit zahlreichen Online-Anwendungen und Portalen. Die technischen Rahmenbedingungen, um vernetzt arbeiten zu können, sind ausreichend gegeben, werden jedoch bisher wenig genutzt.

Siemens hat bereits 2005 herausgearbeitet, über welche weiteren Kompetenzen der künftige Lerner, also auch der künftige Mitarbeiter verfügen bzw. welche er erwerben muss. Dazu gehört:

  •  sich stärker selbst zu organisieren,
  • informelle Strukturen zu nutzen,
  • mit der Umwelt zu interagieren,
  • falls nötig Entscheidungen zu korrigieren,
  • verborgene Muster und deren Bedeutung zu erkennen,
  • lernen, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden (vgl. Siemens 2005)

Dies sind grundlegende Kompetenzen der digitalisierten und dezentralisierten Arbeitswelt. In Zeiten der Omnipräsenz von Informationen, der ständigen Zunahme von Daten, gewinnt der Umgang mit Wissen und das Teilen von Informationen zunehmend an Bedeutung. Folgende Fragen stehen für den Mitarbeiter im Vordergrund:

  • Was können und was sollen wir lernen, wenn viele Informationen online verfügbar sind?
  • Wie weiß ich, was relevant für mich ist?
  • Welche Bedeutung haben ausgefeilte Curricula, wenn sich ein Mitarbeiter im Unternehmen einen Großteil seines Wissens informell aneignet? (vgl. Cross 2007)?

Online-basierte Lernsysteme bieten eine gute Möglichkeit, solche Kompetenzen –gerade vor dem Hintergrund dezentralisierter Arbeit – zu lernen.

Warum ist E-Learning für die Weiterbildung in Unternehmen besonders geeignet?

Unternehmen setzen heute verstärkt auf das interne E-Learning zur Schulung von Mitarbeitern, denn so können sie die Lerninhalte selbst steuern, die Angestellten sind zeitlich und räumlich weniger an externe Lernorte gebunden und können Weiterbildung besser mit ihrer täglichen Arbeit in Einklang bringen. Es gilt also, die Potenziale und Möglichkeiten sozialer Medien und vernetzter Anwendungen in die Aus- und Weiterbildung zu integrieren und so das interaktive und über räumliche Grenzen hinaus vernetzte Arbeiten zu ermöglichen. So wäre es z.B. vorstellbar, dass Mitarbeiter internationaler Unternehmen über Landesgrenzen hinaus Projekte gestalten und ein internationales Wissensmanagement etablieren.

Fazit

eLearning hilft bei der Förderung berufsrelevanter Kompetenzen wie Wissens- und Organisationsmanagement und Kollaboration. Im Unternehmen unterstützt E-Learning den Austausch der Mitarbeiter, fördert Transparenz und ermöglicht eine schrittweise Etablierung der webbasierten Kommunikation und Zusammenarbeit. In den eLearning-Lehrgängen der Business Academy Ruhr GmbH lernen die Teilnehmer beispielsweise implizit sich online auszutauschen, sich Feedback zu geben, Produkte wie gemeinsame Artikel in Wikis gemeinsam zu verfassen und Wissensglossare zusammen zu stellen. So etablieren sie digitalisierte Arbeitsformate in ihr berufsrelevantes Kompetenzprofil und werden sukzessiv auf die Anforderungen einer digitalisierten Arbeitswelt vorbereitet.

Quellen:

Cross, J. (2007). Informal Learning: Rediscovering the natural Pathways that Inspire Innovation and Performance. San Francisco. Pfeiffer

Siemens, G. (2005): Connectivism: A Learning Theory for the Digital Age. International Journal of Instructional Technology and Distance Learning, Vol. 2 No. 1, Jan 2005. Online verfügbar unter: www.elearnspace.org/Articles/connectivism.htm

Dr. Marie Huchthausen beschäftigt sich als Didaktikerin und Erwachsenenbildnerin seit knapp 20 Jahren mit eLearning und digitalem Lernen. Als Geschäftsführerin der Business Academy Ruhr ist sie verantwortlich für den Bildungsbereich. Sie gibt ihr Wissen rund um das Thema Digitalisierung in zahlreichen In-House-Schulungen und als Speakerin weiter.