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Der „Mobile Pferdedeckenwaschservice“ ist auf dem Weg zum Erfolg

Sarah Harbich ist Jungunternehmerin aus Dortmund. Die Pferdenärrin hat ihr Hobby zum Beruf gemacht. Neben ihrer Berufstätigkeit gründete sie Anfang 2016 das Start Up „Mobiler Pferdedeckenwaschservice“. So wie viele andere, setzt die Kleinunternehmerin bei ihrem Mix auch auf Social Media Marketing. Sie weiß, ohne ein professionelles Social Media Marketing ist es schwerer, neue Kunden zu akquirieren.

Da die 28-Jährige selbst nur im privaten Bereich Erfahrungen mit sozialen Netzwerken hatte, entschied sie sich für die IHK Weiterbildung zum Social Media Manager bei der Business Academy Ruhr. Im Rahmen der 80-stündigen Fortbildung entwickelte ihre eigene Social Media Marketing Strategie. Ihre Erfahrungen schildert unsere Alumna Sarah Harbich im Interview.

Warum einen „Mobilen Pferdedeckenwaschservice“?

pferdewaschservice-social-media-marketing_1Sarah Harbich: „Meine Mutter und ich hatten zwei eigene Pferde. Das Pferd meiner Mutter hatte ein Sommerekzem, weshalb es alle paar Tage eine saubere Ekzemerdecke tragen musste. Die Decken zum Waschen zu bringen war auf die Dauer zu teuer. Das Reinigen kostete nämlich immer etwa 20 Euro und teilweise hat man lange warten müssen, bis die Decken fertig waren. Eines Tages sah meine Mutter beim Einkaufen eine Industrie-Waschmaschine und stellte mir die Frage: Kaufen – und dann selber waschen?

Gesagt. Getan. Das Waschen klappte wunderbar und schnell hatte ich private Waschanfragen aus unserem Reitstall. Als ich dann 2015 umgezogen bin und endlich Platz hatte, die Maschine bei mir unterzustellen, habe ich meinen Traum verwirklicht und Anfang 2016 neben meiner Berufstätigkeit mein eigenes Kleinunternehmen gegründet. Das Pferd meiner Mutter gibt es leider nicht mehr, dafür aber meinen ‚Mobilen Pferdedeckenwaschservice‘“.

Wie läuft Ihr Kleinunternehmen?

Sarah Harbich: „Ich war selbst überrascht davon, wie schnell mein kleiner Nebenjob durch die Decke schoss. Ich habe von den ersten Kunden ein  tolles Feedback bekommen, wurde weiterempfohlen und plötzlich hatte ich viel zu tun. Ich schätze, dass ich aktuell  20 bis 30 Reitställe in der Umgebung als Kunden habe. Die Pferdebesitzer sammeln vor Ort immer all ihre Decken, sodass ich dann bis zu 30 Decken abholen und reinigen muss. Meine größte Fuhre waren einmal sogar 39 Decken. Mein Kombi war bis unter das Dach mit Decken vollgestopft. Ein Wunder, dass ich noch einen Platz zum Fahren gefunden habe.“

Wie sieht Ihr Alltag aus?

Sarah Harbich: „Meine Waschmaschine läuft durchgehend– von früh morgens bis spät abends. Mein erster Gang am Morgen führt in den Keller, in die Waschküche. Ich habe den Vorteil, dass ich meiner Hauptbeschäftigung großteils im Home Office nachgehe. Das heißt, während die Waschmaschine läuft, kann ich in Ruhe arbeiten. Zusätzlich bin ich Mutter einer kleinen Tochter, die auch Frühstück haben oder in den Kindergarten gebracht werden möchte. Während aller Aktivitäten schnurrt das Maschinchen ganz von alleine nebenher. Alle 2-3 Stunden ist eine Maschine mit einer Decke fertig und die nächste Decke kann rein. Da ich nur eine Maschine habe, sind meine Kapazitäten auf maximal 6 Decken pro Tag beschränkt.“

Wie bekommen Sie neue Kunden?

Sarah Harbich: „„Mein Geschäft ist saisonal. Ich rechne damit, dass es im Winter, also von Oktober bis März/April, sehr viel ruhiger ist. Die Pferde brauchen dann die frisch gewaschenen Decken gegen die Kälte. Umso wichtiger ist es für mich, gezielt die Sommermonate, die Hochsaison im Pferdedeckengeschäft, voll auszunutzen. Diesen Aspekt muss ich bei meinen Werbemaßnahmen berücksichtigen. Im Sommer also von Ende März/April bis September starte ich je nach Auftragslage verschiedene Werbemaßnahmen: von Sponsorings bei Reitturnieren, über Flyerverteilung und Kooperationen mit Reitsportunternehmen bis hin zu Social Media Marketing. “

Welche Rolle spielt Social Media Marketing?

Sarah Harbich: „Social Media spielt in meinem Marketing-Mix die größte Rolle.  Ich glaube, pferdedeckenwaschservice-social-media-marketing_2wer heute erfolgreich sein möchte, kann auf Socia Media Marketing nicht mehr verzichten, ebenso wie auf eine Website. Für mich, die ein Nischenangebot bedient, ist Facebook der wichtigste Social Media Kanal. Das spiegelt sich auch in konkreten Kundenanfragen wieder. Ein Post von mir löst immer eine Welle von neuen Aufträgen aus.

Dabei kommt mir zugute, dass Influencer mit vielen Fans, also bekannte Reiterinnen wie Nadine Schulz oder Sabrina Zielinski, meine Posts teilen. Die Resonanz auf meine Posts ist unheimlich groß. Deshalb reicht es für mein Business aktuell einmal pro Woche einen Post über Facebook zu verbreitet. Instagram spielt bei mir eine zweitrangige Rolle. Hier und da nutze ich es für Selfies auf Reitturnieren, bei denen ich als Sponsor auftrete oder für Bilder mit meinen Kunden. Dabei geht es ähnlich wie beim Sponsoring darum, mich mit meinem Namen bekannter zu machen. “

Was posten Sie bei Facebook?

Sarah Harbich: „Meine Vorher-Nachher-Bilder einer gereinigten Pferdedecke sind beispielsweise immer ein Renner.  Außerdem zeige ich wie bei mir das Imprägnieren abläuft und natürlich poste ich auch Aktionen und Angebote rund um meinen Waschservice.“

Welche Erfahrungen haben Sie mit Facebook Ads gemacht?

Sarah Harbich: „Am Anfang, um das Geschäft anzukurbeln, habe ich auch Werbung bei Facebook geschaltet. Dabei habe ich die Erfahrung gemacht, wenn ich nur meine Facebook-Seite bewerbe, passiert eigentlich wenig. Bewerbe ich aber gezielt einen Post aus der Chronik – zum Beispiel mit einem speziellen Angebot-, generiere ich darüber konkret Aufträge.“

Welche Bedeutung hatte die Social Media Manager Weiterbildung?

Sarah Harbich: „Besonders die Entwicklung der Facharbeit, die jeder Teilnehmer erstellt, hat mir ganz neue Einblicke gegeben. Vorher war ich eher planlos, in Bezug auf Social Media für mein Kleinunternehmen. Dank des Coachings von Marie Huchthausen habe ich nicht nur Social Media für mein Unternehmen entdeckt, sondern auch neue Marketing-Ideen entwickelt.

Wenn die Facharbeit nicht gewesen wäre, wären ein paar Sachen nicht so super gelaufen. Zum Beispiel das Thema „Sponsoring“: Diese Idee aus meiner Facharbeit habe ich – ebenso wie das Facebook-Marketing – direkt umgesetzt. Auch die Kooperationen mit Reitsportgeschäften hätte ich ohne die fundierte Auseinandersetzung mit diesem Geschäftsfeld im Rahmen der Facharbeit nicht geschafft.“

Was ist das Geheimnis Ihres Erfolges?

Sarah Harbich: „Meine Kunden wissen, wer hinter dieser Firma steckt. Ich glaube, das ist der Grund für meinen Erfolg. Ob auf einem Turnier, anderen Veranstaltungen oder wenn ich die Pferdedecken bringe oder abhole: Die Leute lernen mich so kennen, wie ich bin. Da kann es auch schon einmal passieren, dass meine Tochter mitkommt und vor Ort Unsinn anstellt. Kein Problem. Im Gegenteil. Solche Ereignisse bleiben den Menschen positiv in Erinnerung und machen mich authentisch. Ich werde häufig als „die Deckenwaschfrau wiedererkannt“.“

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Sarah Harbich: „Eine zweite Maschine habe ich schon ins Auge gefasst. Ebenso plane ich einen Anhänger für die Transporte anzuschaffen. Auf diese Weise kann ich mein Geschäft noch weiter professionalisieren und nach und nach mein Einzugsgebiet ausweiten. Ich bin berufstätig und eine Geschäftsfrau, aber auch Mutter und letzteres wird auch in Zukunft bei mir immer Priorität haben. Da kann es auch einmal passieren, dass ich auf eine Facebook-Anfrage nicht innerhalb von einer Stunde antworte, weil ich zu einem Spaziergang das Handy nicht mitgenommen habe. Aber ich denke, diese Gradlinigkeit zusammen mit meinem Super-Service und dem guten Preis-Leistungsverhältnis zeichnet meinen „Mobilen Pferdedeckenservice“ aus.

Vielen Dank für das Gespräch!

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Irene Mechsner ist Kommunikationswissenschaftlerin M.A. und arbeitet als Redaktionsassistentin in einem Verlag. Darüber hinaus interessierte sie sich für das digitale Business – insbesondere für das Online Marketing. Mit Herzblut unterstützt sie das Business-Academy-Ruhr-Team beim Unternehmensblog.