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Mobbing im Social Web hat viele Gesichter

„Mobbing“, den Begriff kennen viele. Am Arbeitsplatz, in der Schule oder im Sportverein: Überall werden Menschen schikaniert, rausgeekelt oder seelisch verletzt, eben gemobbt. Doch seit Smartphones, soziale Netzwerke und Co. immer mehr unseren Alltag bestimmen, verlagert sich auch das Mobbing: aus der realen in die virtuelle Welt. Dieses Phänomen hat einen Namen: Cybermobbing.

Was ist Cybermobbing?

Cybermobbing hat viele Gesichter - über die neuen Medien geht das mittlerweile leider ziemlich schnell.

Cybermobbing hat viele Gesichter – über die neuen Medien geht das mittlerweile leider ziemlich schnell. Quelle: Business Academy Ruhr

Cybermobbing hat viele Gesichter. Belästigung durch E-Mails, Whats-App Nachrichten, SMS, Pinnwandeinträgen oder Kommentaren in sozialen Netzwerken sind die bekanntesten Methoden des Cybermobbings. Die Bloßstellung des Opfers durch intime Bilder, Videos oder privaten Informationen ist immer gängiger geworden.

Selbst Prominente und Stars, wie die US-amerikanische Hip-Hop- und R&B-Sängerin Ciara, sind vor fiesen Attacken nicht sicher. „Matrix kam 2001 raus, warum machst du das immer noch?“ kommentierte beispielsweise eine Userin ein Foto von Ciaras neustem Dance-Move.

Wenn die Beleidigungen überhand nehmen, kann es bis zur Rufschädigung und Diffamierung kommen. Fakeprofile, falsche Accounts im Namen des Opfers, falsche Emails, Foreneinträge oder Bilder sind nur ein Teil dessen, was Täter unternehmen, um dem Opfer zu schaden.

Wie schnell man Opfer einer Verleumdung wird, musste auch das Topmodel Hanna Nitsche spüren. Ein Video im Internet zeigt sie, wie sie über den Mann der Schauspielerin Eva Longoria schwärmt. Ehebruch, Affäre – hieß es sofort im Internet. Das das Video aber für ein Casting gedreht wurde und völlig aus dem Zusammenhang gerissen durch Unbekannte ins Netz gelangte, bleibt unerwähnt.

Bewegte Bilder steigern Wirkung

Videos und Bilder sind in den sozialen Netzwerken ein weiteres sehr probates Mittel, um Opfer zu demütigen. Je peinlicher, desto besser. Oft wählen die Täter sogenannte „Happy Slappings“ oder „Snuff-Videos“, auf denen das Opfer gerade verprügelt oder verführt wird. Teilweise sind diese Bilder real, aber auch gefälschte Gewalt- oder pornografische Szenen sind zu sehen.

5 Maßnahmen gegen Cybermobbing

Was tun, wenn Cybermobbing einen persönlich trifft? Das Netz bietet  eine enorm hohe Viralität. Ist der Kommentar bei Facebook gemacht, so erreicht er innerhalb von Sekunden viele Freunde, Bekannte und auch unbekannte Personen. Dennoch: Schutzlos ausgeliefert ist man den Mobbern nicht. Es gibt Strategien und Reaktionen, die erfolgreich sind.

Stars gehen im Umgang mit Cybermobbing oft offensive und aktive Wege. Als eigene Marke agieren sich im Umgang mit Cybermobbing wie Unternehmen mit Shitstorm. Ciara beispielsweise reagierte locker auf den fiesen Kommentar über ihren ungewöhnlichen Tanzstile, und konterte, dass man mit Matrix-Moves eine Menge Geld verdienen könne – und fragte die Mobberin, was sie bereits geschafft habe: „1 Follower?“. Funkstille. Diese schlagfertige Antwort zeigt: Als VIP darf und sollte man sich Cybermobbing nicht gefallen lassen, sondern aktiv kontern.

Doch wie sollte Privatpersonen oder Kinder und Jugendlichen reagieren? 

Der erste Schritt ist Ruhe bewahren und Hilfsangebote wahrnehmen. Passiert das Mobbing zum Beispiel in der WhatsApp-Gruppe der Klasse, sollte man in der Schule den Vertrauenslehrer oder Klassenlehrer ansprechen. Geht das Mobbing weiter, ist der nächste Schritt, dass man die virtuellen Attacke bei der Polizei und dem Netzwerkbetreiber meldet, damit die IP-Adresse den Täter ausfindig gemacht werden kann und die Bilder, Videos und Posts gelöscht werden.

Rechtsanwalt John Hendrick Weitzmann zeigt in seiner Publikation „Cyber-Mobbing, Cyberbullying und was man dagegen tun kann“ auf, was man dagegen tun kann:

1. Regelverstöße melden.
2. Als Privatperson keine Reaktionen zeigen.
3. Sich selber Googlen.
4. Nur Inhalte veröffentlichen, die man allen zeigen möchte.
5. Nicht selber Cybermobbing betreiben.

 

Es gibt viele verschiedene Arten von Cybermobing. Hier sind 5 Beispiele.

So kann man sich vor Cybermobbing schützen. (Grafik wurde erstellt mit creatly.com)

 

Rechtliche Schritte gegen Cybermobbing

Wenn nichts greift und das Cybermobbing immer weiter geht, dann können diese 4 rechtlichen Schritte helfen:

1. Direkte Ansprache
2. Abmahnung
3. Einstweilige Verfügung.
4. Unterlassungsklage.

Wenn der Mob nicht mehr aufhört, hilft manchmal nur rechtlicher Beistand.

Rechtliche Maßnahmen gegen Cybermobbing nach John Hendrock Weitzmann. (Grafik erstellt mit creatly.com).

Fazit

Cybermobbing passiert – immer wieder. Beleidigungen, Belästigungen, Rufschädigungen oder Drohungen prasseln dann über die Opfer ein. Die Reaktionen der Stars wie Ciara auf das virtuelle Mobbing sind gute Beispiele, wie man auch als Unternehmen mit Attacken im Netz umgehen kann. Doch auch Privatperson müssen nicht einfach alles über sich ergehen lassen und können reagieren.

Am besten ist es jedoch schon im Vorfeld, bevor das Cybermobbing auftritt, einige Verhaltensregeln zu beachten: 

1. Mit Bedacht Informationen, Bilder und Videos auswählen, die öffentlich geteilt und weitergegeben werden.
2. Nur Dinge posten, die jeder erfahren darf.
3. Sicherheitseinstellungen der Netzwerke prüfen.

Werden diese Punkte beachtet, reduziert man die Gefahr eines möglichen Cybermobbing-Angriffs um ein Vielfaches. Das ist schon ein Schritt in die richtige Richtung. Ist das Kind aber schon in den Brunnen gefallen, kann man dann auch rechtliche Wege gehen. Wichtig ist, dass man Eltern, Freunde oder vertraute Personen mit einbezieht und nicht alleine mit dem Cybermobbing umgeht.

Weitere Hilfsmöglichkeiten und Informationen im Netz:

 

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  • Dr. Marie Huchthausen arbeitet seit knapp 15 Jahren in den Bereichen Erwachsenenbildung, Hochschulen und Forschung.
  • Die renommierte Wissenschaftlerin und Trainerin entwickelt für die Business Academy Ruhr innovative eLearning Konzepte unter anderem für die Weiterbildung Social Media Manager (IHK).
  • Schwerpunkte ihrer Arbeit sind: eLearning, Didaktik, Online-Beratung, Coaching und Qualitätsmanagement.