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Meine 7 Highlights der re:publica 2016

Schon oft hatte ich es mir vorgenommen, aber immer kam ein anderer Termin dazwischen oder die Kolleginnen im Team bekamen den Vorzug. In diesem Jahr der 10. re:publica 2016 #rpTEN passte alles. Berlin: ich komme! Meine Premiere.

Drei Tage lang standen Vorträge, Netzwerken und Workshops auf meiner Agenda. Und ich wurde nicht enttäuscht. Im Gegenteil. Es waren aufregende drei Tagen, prall gefüllt mit digitalem Input. Besonders in Erinnerung geblieben sind mir – neben den vielen neuen Kontakten – folgende sieben Highlights der re:publica 2016- mein Erfahrungsbericht:

 

1. „Instawalk #rpTENwalk“

Mein erster Eindruck: Viele Veranstaltungen – viele Menschen – volle Räume. Wie gut, dass es zwischendrin auch kleinere Rooms „MeetUp Green“ für übersichtliche Sessions mitunter auch spontan angeboten wurde. Der „Instawalk #rpTENwalk“ mit Lisa Brandstötter  ist ein gutes Beispiel dafür, wo der Reiz der Veranstaltung liegt. Das Motto: „10 Stops, 10 Stories, 10 Smiles“.

Newbies und Profis fanden sich zusammen, tauschten sich aus und kreierten einen spannenden Walk. Am Ende habe alle etwas davon. Neue Kontakte und ganz viel Spaß. Es gab eine Fülle solcher kleineren Session zu Themen rund um Social Media Marketing, Big Data, künstliche Intelligenz  oder zu anderen digitalen Hypes.

2. „Snapchat für Erwachsene“ mit Joshua Arntzen

Snapchat ist in. Auch bei der re:publica.  Die Session mit Joshua Arntzen war sehr gut besucht. Lustig: Der junge Experte (nach eigenen Aussagen keine Snapchat-Berühmtheit, aber bekannt mit berühmten Snapchattern) war per Skype zugeschaltet und saß in seiner Küche.

„Wer jetzt nicht auf Snapchat ist, hat keine Ahnung von Online Marketing? Was denkst du darüber?“ , fragte ein 50-jähriger Zuhörer. (Der Titel der Veranstaltung hate somit seine Zielgruppe erreicht ;-)) Seine Antwort: „Wenn Zielgruppe dort ist, muss man auf Snapchat präsent sein.“ Sein Vorschlag:  „Werbung auf Snapchat funktioniert am besten durch Kollaboration mit anderen Leute, denen die Zielgruppe folgen“ . Und wie hält er es mit der Datensicherheit? „Alles easy“- Denn: Das Thema interessiert Snapchatter nicht, so der Tenor des Speakers. Ein toller Vortrag. 30 Minuten, und man weiß wie Snapchatter ticken.

 3. „Ziemlich schlechte Freude – Depressionen und Social Media“

Als interessant erlebte ich die Diskussion um die Gefahren von Social Media unter der Mitwirkung von Uwe Hauck und Kati Krause. Die Frage: Fördert Social Media ein Burnout oder kann es bei dr Heilung helfen? Hier kamen Betroffene zu Wort. Jeder hatte seine individuelle Geschichte mit unterschiedlichen Ergebnissen. Während bei einem nur eine Social Media Abstinenz half, aus dem Burnout herauszukommen, waren es genau diese Netzwerke, die einem anderen geholfen haben, gesund zu werden. Ich fand es gut, dass auch solchen Themen, bei denen das Digitale nicht im Vordergrund stand, hier einen Raum gegeben wurde.

4. „Wir müssen reden! Rassismus im Netz“

Die Anzahl der rassistischen Äußerungen.  So die These bei diesem Vortrag mit Amina Yousaf. Die Menschen fühlen sich im Netz sicher und haben keine Hemmungen, sich wie Trolle zu verhalten. Minderheiten werden gehetzt. Beschimpfungen und Hasskommentare in sozialen Netzwerken sind nicht ungewöhlich. Wie kann sich das Netz verändern? Wie kann dieser Rassismus gestoppt werden? Eine spannende Frage, die angesichts der Flüchtlingsproblematik aus meiner Sicht aktueller ist denn je.

5. „Cargo-Kulte“

„Nur Türme (Tower) bauen ist auch keine Lösung ;)“, sagt Gunter Dueck in seinem Wachrüttel-Vortrag. Mein persönlicher Höhepunkt. Man könne ewig durch das das Web „wabbern“ und Ideen und Visionen kreieren und die Zukunft planen, aber irgendwann muss es auch an die Umsetzung gehen. Es reiche nicht, einen Leuchtturm aufzustellen und dann darauf zu warten, dass die Flugzeuge und Schiffe von alleine dorthin kommen.

Wenn keine Infrastruktur da ist, können die Schiffe nicht anlegen und die Flugzeuge nicht landen. Ein Bild, das sich mir nachhaltig eingeprägt hat. Viel zu viel Lebenszeit habe auch ich schon in unnötigen Meetings verbringen müssen. Viel zu spät habe ich selbst erkennen müssen, es gibt tatsächlich Menschen die einfach nur labern wollen oder mit einem ausgeprägten Sinn für Selbstdarstellung.  Die dich quasi in Termine drängen aber dann kaum etwas zu sagen haben. Einige erzählen dann immer von ewig gestrigen Erfolgen oder malen wilde Visionen der Zukunft, setzen davon aber nie etwas konkret um. Dabei sagen Menschen im digitalen Business doch immer „Wir tun was“.  Gunter Dueck hinterfragt: „Wann willst du es machen? “ Danke für diesen Denkanstoß, Gunter Dueck!

6. #einBuchfuerKai

Wer  noch nicht überzeugt war, welche Kraft Social Media freisetzen kann, den überzeugte Johannes Korten GLS-Bank bei seinem Vortrag „„Das Netz ist ein guter Ort“ mit der Aktion #einBuchfürKai „. 2015 schaffte es der Blogger, dass das Buch seines mittlerweile verstorbenen Freundes Kai-Eric Fitzner sein Buch „Willkommen im Meer“ in null Komma nichts auf Platz 1 bei Amazon gelistet wurde. Eine herzergreifende Geschichte um einen bis dato relativ erfolglosen Autor, der erkrankte und als Alleinverdiener eine mittellose Familie hinterließ. Dank der Hilfskampagne über die sozialen Netzwerke wurde das finanzielle Desaster der Familie abgefedert.

Virtual Reality bestimmt das Rahmenprogramm

Virtual Reality ist der Trend 2016 auch auf der re:publica 2016. VR-Brillen, 360-Grad-Brillen, virtuelle Möbelhäuser und Reisekataloge: Kaum ein Stand auf dem die virtuelle Welt nicht im Vordergrund stand. Alle Große aus der Medienbranche waren vertreten und präsentierten ihre Innovationen. Wer am Stand des ZDF in die Welt des Virtuellen eintauchte, sah dabei sehr lustig aus: Die Brillen waren Tiermasken und Comic-Figuren nachempfunden.

Highlights re:publica 2016 Erfahrungsbericht: Fazit

Viele neue Leute und Eindrücke. Das hier waren meine Highlights re:publica 2016. Eine Reise, die sich lohnt. Für Profis und Anfänger im Digital Business. Wie immer bei Social Media Events werden die wichtigsten Kontakte in den „Meet and Greet“ – Areas geknüpft.  Ob in der Relax-Zone, auf dem Affenfelsen oder beim Essen: Überall traf man auf bekannte und neue Leute aus der Branche. Schon deshalb ist die re:publica eine Reise wert.

Eine top organisierte Veranstaltung. Einziger kleiner Makel: die Überschneidungen der spannendsten Sessions und die oft überfüllten Räume. Ein Wechsel bei einem laufenden Vortrag? Unmöglich. Ein Sitzplatz? Am besten war, sich gegen den Strom der herausdrängenden Leute des vorherigen Vortrags direkt in den Raum schlängeln, dann konnte ich entspannt dem Vortrag lauschen. Den Trick hatte ich am Ende raus und gefühlt war es am dritten Tag auch etwas leerer.  Re:publica 2017 – bin ich gerne wieder dabei!

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Holger Rohde ist Geschäftsführer und Leiter des Agenturkundengeschäftes der Business Academy Ruhr.

Er betrachtet als Kaufmann vor allem die wirtschaftlichen Aspekte von Social Media Marketing und Digitalisierung: Holger Rohde kennt die Bedürfnisse von Unternehmen, versteht es Ängste zu nehmen und gemeinsam mit allen Beteiligten Möglichkeiten der Umsetzung von Social Media Strategien zu finden.