Round Table zu "Hatespeech" am Grimme-Institut

Dr. Marie Huchthausen Aktuelles, Business Academy Ruhr

 Unser Tag im Grimme-Institut: ein interessantes Programm wartet auf uns Social Media Experten.

Unser Tag im Grimme-Institut: ein interessantes Programm wartet auf uns Social Media Experten.
Foto: Privat

„Geh sterben!“ oder „Du bist nichts wert.“: Solche oder ähnliche Worte haben schon einige in ihren Kommentaren im Social Web lesen müssen. Beschimpfungen, Verleumdung, Aufruf zur Gewalt oder Menschen verachtender Inhalt: Ob  privat, prominent oder ganze Gruppen – dem „Hate Speech“ kann jeder ausgesetzt sein.

Ganz aktuell überschwemmen beispielsweise  „Hate speech“-Tiraden das Netz, wenn es um das Thema Flüchtlinge geht. Wie kann man als Social Media Manager dagegen vorgehen? Welche präventive Maßnahmen gilt es zu ergreifen, um „Hate Speech“ zu vermeiden?

Das Grimme-Institut beschäftigt sich seit längerem mit dem Thema und hat das Projekt BRICkS Building Respect on the Internet by combating „Hate Speech“ – ins Leben gerufen. Dieses Projekt fördert den respektvollem Umgang im Internet und forscht, welche Möglichkeiten es gibt, Hasskommentaren adäquat zu begegnen.

Hate Speech in den sozialen Medien

Was ist „Hate Speech“? Hassreden werden in den neuen Medien auf Websites, Blogs und in sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter immer mehr zu einem gesellschaftlichen Problem. Ihr Ziel: Teile der Bevölkerung ausgrenzen, zu Gewalt- oder Willkürmaßnahmen auffordern oder die Menschenwürde durch Beschimpfungen, Verleumdung oder böswilligen Kommentaren angreifen. Die Themen sind oft Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus, Frauenfeindlichkeit, Sexualität oder andere Formen der Intoleranz.

Gerade, wenn sich Betroffene durch die Worte herabgesetzt und verletzt fühlen, sind die Auswirkungen der „Hate Speech“ auf die Betroffenen groß. Stereotypische Bezeichnungen wie „Schlitzauge“ für die asiatische Bevölkerungsgruppe oder „Schwuchtel“ für Homosexuelle sind bei den sogenannten „Hatern“ sehr beliebt. Dabei werden sowohl die betroffenen Gruppen,  aber auch Menschen, die nicht zu der Gruppe gehören, mitunter willkürlich mit diesen heransetzenden Ausdrücken überschüttet.

 

Als Social Media Experte immer auf dem neusten Stand bleiben

Als Social Media Experten beschäftigen wir uns natürlich auch mit dem immer größer werdenden Problem der „Hate Speech“. Deswegen haben wir uns sehr über die Einladung zum Round Table am 2. September am Grimme-Institut in Marl gefreut.  Ziel der Veranstaltung war ein Fach-Austausch von Social Media Experten, Forschern und Medienpädagogen im Umgang mit Hate Speech im Social Web und die Vorstellung des Projekt BrickS.

Workshops für den richigen Umgang im Social Web

Los geht es: BRICkS - Hatespeech Konferenz am Grimme Institut in Marl

Los geht es: BRICkS – Hatespeech Konferenz am Grimme Institut in Marl

„Respekt statt Hasskommentare“: So lautet das Motto des europäischen Projekts BRICkS. Zunächst sollen die verschiedene Arten der Hassreden in den Online Medien untersucht und klassifiziert werden.

„Was wird gepostet?“,
„Wie wird gegen sogenannte Shitstorms vorgegangen?“
oder „Was kann man von Medienprofis im Umgang mit Hate Speech lernen?“:
Das sind die zentralen Fragen.

Gemeinsam mit Social Media Experten und Medienpädagogen werden darauf aufbauend Trainingsmodule, Workshops und Hilfsmittel erarbeitet, die dann den Trainern in der Schul- und Jugendbildung unterstützend zur Verfügung gestellt werden.

Auf diese Weise lernen die Jugendliche nicht nur den richtigen Umgang mit den sozialen Medien und den positiven Nutzen sondern auch wie man auf Beleidigungen und Angriffen im Internet reagiert. Parallel dazu ist eine Projekt-Website geplant. Die Seite ist schon abrufbar, befindet sich derzeit aber noch im Aufbau.

Mit Aufklärungen gegen „Hate Speech“

Im kommenden Jahr sollen Trainings an Schulen und in Jugendinstitutionen stattfinden. Denn: Prävention und Aufklärung sind die wichtigsten und erfolgsversprechnsten Schritte im Umgang mit „Hate Speech“ und ähnlichen Menschen verachtenden Phänomenen im Social Web.

Die Business Academy Ruhr GmbH hat sich gefreut, bei der interessanten Round Tabel Diskussion als Experte mit dabei sein zu dürfen und ihre Expertise in der Weiterbildung von Social Media Managern einbringen zu können. Wir freuen uns auf weitere Diskussionen und freuen uns über die Vernetzung!

Dr. Marie Huchthausen beschäftigt sich als Didaktikerin und Erwachsenenbildnerin seit knapp 20 Jahren mit eLearning und digitalem Lernen. Als Geschäftsführerin der Business Academy Ruhr ist sie verantwortlich für den Bildungsbereich. Sie gibt ihr Wissen rund um das Thema Digitalisierung in zahlreichen In-House-Schulungen und als Speakerin weiter.