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Biotextilien verkaufen dank Social Media

Social Media Mangerin (IHK)

Andrea von der Heydt informiert ihre Kunden auf Social Media Plattformen. Foto: privat

Andrea von der Heydt, Inhaberin des  Geschäfts „FairBleiben“ im #Interview

Corporate Social Responsibility oder die unternehmerische Gesellschaftsverantwortung ist für Andrea von der Heydt, Gründerin des Textilgeschäfts  FairBleiben, eine Berufung. Doch wie begeistert sie, über ihr Ladenlokal hinaus, Menschen für ihre nachhaltig gefertigten Biotextilien? 

Durch den Vortrag „Start2go“ der Business Academy Ruhr für Start-ups wurde sie auf das Thema Social Media Marketing aufmerksam. Nach der  einer Social Media Weiterbildung, bei der sie für ihr Geschäft eine individuelle Strategie entwickelte, startete sie wie ein Profi durch. Heute  fördert sie durch ihre vielfältigen Social Media Aktivitäten ihre Abverkäufe.

Warum ist Social Media Marketing für Sie relevant?

Andrea von der Heydt: „Seit der Gründung im Jahr 2010 gewann das Thema ‘Bio‘ und „Fairer Handel‘ an Bedeutung. Die Menschen denken um und beschäftigen sich zunehmend mit der Frage nach der Nachhaltigkeit. Ein Kauf von fairen und Bio-Textilien ist jedoch immer noch eine Vertrauenssache. Die Kunden sind skeptisch und trauen dem Bio-Gütesiegel nicht immer.

Fairbleiben Social Media Marketing

Vor Ort im Geschäft und Online im Shop: Fairbleiben hat damit großen Erfolg

Deshalb muss ich kommunizieren, dass meine Ware biologisch oder fair gehandelt ist. Zum einen mache ich das auf meiner Webseite über meinen Blog, um diejenigen anzusprechen, die keine Profile auf Social Media Kanälen haben. Zum anderen erreiche ich viele über meinen regelmäßigen Newsletter.

Ergänzend nutze ich für mein Marketing soziale Netzwerke. Meine Erfahrung ist, wenn ich  auf teurere Zeitungsannoncen setze, ist mein Streuverlust viel zu groß. Bei Social Media Marketing weiß ich genau, wen ich erreiche.

Die Social Media Kanäle nutze ich gezielt, um auf meinen Onlineshop aufmerksam zu machen. Ab und an veröffentliche ich dort die Angebote und berichte welche Ware neu eingetroffen ist.

Im Nachgang stelle ich dann fest: Produkte lassen sich auch beim mir vor Ort im Ladengeschäft, wie auch im Onlineshop, besser verkaufen, wenn sie vorher im Social Web kommuniziert wurden.“

Welche Ziele verfolgen Sie?

Andrea von der Heydt: „In erster Linie mache ich Social Media Marketing, um zu von potenziellen Kunden wahrgenommen zu werden. Ich möchte langfristig und stetig zeigen, dass mein Geschäft existiert und Bewegung drin ist. Natürlich vermarkte ich auch neue Ware dort.

Das ist aber eher zweitrangig. Im Vordergrund stehen relevante Informationen zu Neuigkeiten in den Bereichen Bio und Fair Trade. Der Anstieg der Verkaufszahlen  kommt dann ganz von alleine.“

Wie gestalten Sie Ihre Social Media Marketing Umsetzung?

Andrea von der Heydt: „Da ich einen 1-Frau Betrieb führe, sind meine zeitlichen Ressourcen leider sehr eingeschränkt. Daher ist die Frequenz meiner Beiträge von meinem Arbeitsumfang im Tagesgeschäft abhängig.

FairBleiben Twitter

Mein Hauptkanal ist Twitter. Hier hält sich auch meine Zielgruppe auf. Das Thema Nachhaltigkeit ist dort allgegenwärtig und stark gefragt Das sehe ich an den  Reaktionen auf meine Beiträge. Weiterer Vorteil:  Man kann schnell und einfach auf andere interessante Beiträge hinweisen Außerdem kooperiere ich mit einem „Öko“-Netzwerk auf Twitter, für die ich häufig Beiträge verfasse. Die Community unseres  Netzwerks stärkt sich gegenseitig, indem sie die Beiträge der anderen teilen. Davon profitiert schließlich auch mein Geschäft.

Facebook bediene ich an zweiter Stelle und weniger häufig, denn die Reaktion ist dort geringer. Die Facebook-Community reagiert stärker auf Bewegt-Bild und emotionale Beiträge – weniger auf harte Fakten oder aufklärende Informationen. Dennoch ist ein Auftritt für den Einzelhandel auf Facebook relevant, da dies mittlerweile von einigen, besonders jüngeren, Kunden erwartet wird.

Fairbleiben auf Facebook

Was planen Sie für die Zukunft?

Andrea von der Heydt: „Ich überlege derzeit, Foursquare in mein Portfolio zu integrieren. Der lokale Aspekt dieser Plattform, beziehungsweise der App, kann meinem Geschäft nur zu Gute kommen. Bisher sind dort zwar nicht viele angemeldet, doch ich vermute, dies wird sich bald ändern. Je mehr Unternehmen dort auftreten, desto interessanter wird es auch für die Nutzer. (Update: Profil auf Foursquare). Die Foto- und Video- App Instagram scheint ebenfalls interessant sein, um jüngere Kunden mit farbenfrohen Bildern meiner Ware anzusprechen. Der Lifestyle-Aspekt und Wandel zur Nachhaltigkeit könnten meine Unternehmung positiv unterstützen. Diese Entwicklung werde ich beobachten und dann gegebenenfalls einsteigen.“

Was empfehlen Sie anderen Händlern?

Andrea von der Heydt: „Sind wie bei mir personelle und zeitliche Ressourcen eher knapp, würde ich mich auf bestimmte Kanäle konzentrieren. Für einige mag Facebook  gewinnbringender sein, als bei mir, aufgrund seiner großen Nutzerzahl. Für andere ist Xing relevanter. Händler mit spezifischen Themengebieten, bzw. Nischen wie Fair Trade, werden ihre Zielgruppe höchstwahrscheinlich mehr auf Twitter antreffen. Man sollte die Reaktionen und die Kommunikationsintensität immer beobachten und darauf aufbauend seine Schlüsse ziehen.

Social Media Marketing ist meiner Meinung nach jedoch für jeden Einzelhändler  wichtig. Besonders die  jüngere Zielgruppe hat die Erwartungshaltung: Das Geschäft muss doch auf einer Social Media Plattform anzutreffen sein. Darauf muss sich auch der Handel einstellen und das Nutzerverhalten beachten.“

Danke für das Gespräch!

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Irene Mechsner ist Kommunikationswissenschaftlerin M.A. und Online Redakteurin und Social Media Managerin der Business-Academy-Ruhr GmbH. Neben der Content Produktion für den Unternehmensblog liegen ihre Schwerpunkte im Bereich der Suchmaschinenoptimierung.