"Bei Google+ laufen die Google Dienste zusammen“

Irene Mechsner Aktuelles

Gerhard SchröderGoogle+ eine Geisterstadt? Bei der BARsession am 11. August 2014 auf keinen Fall. 120 Teilnehmer waren nach Dortmund in die Buschmühle, Westfalenpark, gekommen und lauschten gebannt den Ausführungen des Top-Speakers Gerhard Schröder, Geschäftsführer der KreativenKommunikationsKonzepte aus Essen und Google+-Experte.

Doch was macht das soziale Netzwerk so interessant? Natürlich die 40 Millionen Nutzer, aber darüber hinaus?

„Google+ ist eine Schnittstelle aller Google Dienste. Für mich ist es eine Arbeitsplattform für meine Kommunikation“, so Gerhard Schröder. Google Drive, Picasa, YouTube, Google Maps, Google News, GMail : Es gibt kaum jemanden,  der nicht mindestens bei einem dieser Dienste angemeldet ist. Was oft keiner weiß: Im Hintergrund ist vom Suchmaschinen-Giganten ein Google+-Account automatisch mit angelegt worden.

Update März 2016: Google My Business vereint Google Suche, Maps und Google+

Google will anhand der Daten die Personen erkennen

„Google versucht mich mit den vorhandenen Daten als ‚Person ‚ zu erkennen. Das Ziel ist die Verbesserung der eigenen Suche“, sagt Gerhard Schröder. Google+ sei kein eigenes Geschäftsmodell, sondern es gehe langfristig um persönliche Empfehlungen. „Wenn ich auf der Suche nach einer Waschmaschine bin und Google würde mir eine persönliche Empfehlung eines meiner ‚Kreislinge‘ geben, wäre ich wahrscheinlich eher geneigt, dieses Modell zu kaufen“, schildert der Experte die Vision.

Gefolgschaft | Freundschaft

Umso wichtiger sei deshalb auchdie Verwaltung der Kreise. Google+-Kontakte ähneln eher einer Gefolgschaft, dem früheren Handschlag. Bei Facebook gehe es um Freundschaft und erst im zweiten Schritt über die Abo-Funktion könne man dies nachträglich ergänzen, so der Experte. Denn: Anders als bei Facebook, müssen Freunde, Bekannte oder Arbeitskollegen bei Google+  bei der Kontaktaufnahme direkt bestimmten Kreisen zugeordnet werden. Zwar gibt es bei Facebook auch Listen und Gruppen, aber bei Google+ ist die Zuordnung Bedingung für die Verknüpfung mit dem anderen. Bei Facebook wird erst im zweiten Schritt bei Bedarf über die Abofunktion sortiert bzw. bei Gruppen eingeladen. Aus Sicht von Gerhard Schröder ein Vorteil: „Für die BARsession zum Beispiel lege ich im Nachgang einen Kreis an mit Datum und ordne meine neuen Kontakte diesem Kreis zu. Auf diese Weise selektiere und ordne ich meine Kontakte.“ Weiteres Plus: Die Communities, die themenspezifische Untergruppen anbieten, und dadurch übersichtlicher sind als Facebook-Gruppen.

Google+ Unternehmensseite bietet viele Vorteile

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Gerhard Schröder bei seinem einstündigen Vortrag zum Thema Google+.

Analog zu Facebook bietet Google+ ebenfalls Unternehmensseiten an. Dank der vielen Dienste macht eine Seite für Unternehmen auf jeden Fall Sinn. „Die Google+-Seite lässt sich mit dem YouTube Kanal oder dem Google Maps-Eintrag verknüpfen. Zudem können Fotos hochgeladen werden und On-Top gibt es noch die Möglichkeit einen 360 Grad Film zu integrieren“, sagt der Experte. Fotos sowie der letzte Post erscheint dann auch bei der Google Suche“, fasst Gerhard Schröder die Vorteile zusammen. Besonders sinnvoll sei es, die Seite mit der eigenen Webseite zu verbinden. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten:

1.Verifizierung durch eine Postkarte von Google
2. über das Google Webmastertool

Google Bewertungen: Sterne für das eigene Unternehmen

Vielleicht habe sich der eine oder andere schon einmal darüber gewundert, warum die Konkurrenz bei Google Sterne hat, und das eigene Unternehmen nicht? Jeder Kunde kann über das Unternehmen Erfahrungsberichte veröffentlichen. Die erscheinen dann der Google+ Seite. Ab fünf Bewertungen erscheinen die Sterne in der Google Suche. Wer eine gepflegte Google+ Seite hat, kann hier bei möglichen Interessenten, die über einen Erfahrungsbericht auf die Unternehmensseite kommen, punkten.

Google+ „My Business“

Dank der Funktion „My Business“, die jedes Unternehmensprofil in der Menüleiste hat, können die Inhaber auf Seitenstatistiken zurückreifen. Wie häufig ist die Seite besucht worden? Wie viel Interaktion oder auch wie war die Entwicklung? Eine Seite, die mit dem YouTube Kanal verwoben ist, sieht hier ebenfalls die Statistiken des Videokanals.

Video-Konferenz: Hangout und Hangout on Air

„Hangout on Air ist ein Stück der Gegenwart, das uns zeigt, wie die TV-Zukunft aussehen wird“, prognostiziert Gerhard Schröder. „Bis zu zehn Menschen können bei der Video-Konferenz miteinander kommunizieren und beliebig viele tausend Zuschauere verfolgen das Ganze.“  Und der Datenschutz? Laut Gerhard Schröder muss jede Sendung entsprechend Rundfunkanstalt angemeldet und beantragt werden.

Ein spannender Vortrag von Gerhard Schröder. Vielen Dank!

 

Irene Mechsner ist Kommunikationswissenschaftlerin M.A. und arbeitet als Redaktionsassistentin beim Verlag ORTHOPÄDIE TECHNIK. Darüber hinaus interessiert sie das digitale Business – insbesondere die Schwerpunkte Online und Content Marketing. Deshalb unterstützt sie das Business-Academy-Ruhr-Team beim Unternehmensblog.